6 Dinge, die du über Rindfleisch wissen musst

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Was haben Rinder mit unserer schönen Landschaft zu tun und warum fressen sie heute viel mehr Getreide als früher? Was macht den Unterschied zwischen regionalem Rindfleisch, Bio-Rindfleisch und dem Ja! Natürlich Bio-Weidejungrind? Viel Wissenswertes rund ums Rindfleisch ist in Vergessenheit geraten, wir haben die spannendsten Fakten für zusammengefasst.

 

1. Nicht alle Bio-Rinder haben das ganze Jahr Auslauf

Der gesetzliche Mindeststandard (EU-Bio-Verordnung) erlaubt in Ausnahmefällen, die Tiere anzubinden. Ja! Natürlich sieht dies als nicht vereinbar mit dem Anspruch an artgemäße Haltung. Die Ja! Natürlich Weidejungrinder haben 365 Tage im Jahr Auslauf, in der Weidesaison stehen sie auf der Weide, aber selbst in der kalten Jahreszeit muss Auslauf immer gegeben sein. Bei Kälte sind sie aber auch gerne im Stall. Wer den Tieren diese Lebensqualität ermöglicht, wird mit besserem Fleisch belohnt.

2. Was bedeutet Mutterkuhhaltung?

Mutterkuhhaltung bedeutet, dass Kuh und Kalb nach der Geburt nicht getrennt werden. Die Kälber wachsen im natürlichen Herdenverband zu Jungrindern heran und können dabei bis zum natürlichen Absetzen vom Muttertier Muttermilch saugen. Diese Form ist bei „bio“ nicht zwingend gegeben, für alle Ja! Natürlich Weidejungrind-Bauern aber verpflichtend.

3. Enthornung ist auch bei Bio erlaubt

Der gesetzliche Bio-Standard lt. EU-Bio-Verordnung schließt die Enthornung der Kälber nicht aus, Ja! Natürlich verbietet allen rd. 950 Weidejungrind-Betrieben, Kälber zu enthornen.

4. Warum Rinder heutzutage so viel Getreide statt Gras fressen

Rinder sind Wiederkäuer, ihr Stoffwechsel ist darauf ausgerichtet, vorwiegend Raufutter (z.B. Gras und Heu) zu verdauen. Um kostengünstige Produktion, und rascheres Wachstum der Rinder zu ermöglichen, wurde in den letzten Jahrzehnten vor allem in der konventionellen Landwirtschaft entgegen der Natur der Tiere mehr Kraftfutter (v.a. Getreide) gefüttert. So wurden billigere Fleisch- und Milchprodukte möglich. Allerdings führt die nicht artgemäße Fütterung zu gesundheitlichen Problemen bei den Rindern (zB. Übersäuerung), worunter Tiere und Fleischqualität leiden. Für Ja! Natürlich stehen artgemäße Fütterung (überwiegend Raufutter) und das Wohlbefinden der Tiere an oberster Stelle, Kraftfutter ist nur in stark begrenztem Ausmaß erlaubt.

5. Billigeres Fleisch geht auf Kosten anderer

Die übermäßige Fütterung mit Kraftfutter steht außerdem in Konkurrenz zur Ernährung der Weltbevölkerung. Besonders davon betroffen sind Menschen in den Ländern, wo Kraftfutter billig angebaut wird. Sie geht auch auf Kosten der Umwelt, denn bevor Kraftfutter verfüttert werden kann, muss es erst angebaut, geerntet und geliefert werden, was einen enormen Flächen- und Energieaufwand bedeutet. Folgekosten für kommende Generationen z.B. für Umweltschäden und übermäßigen Fleischkonsum sind in den günstigeren Fleischpreisen nicht einberechnet. Eine Weide mit ausreichend frischem Grünfutter stellt nicht nur die beste Futtergrundlage sowohl für das Tierwohl als auch für die Fleischqualität dar, sondernermöglicht auch eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise. Wenn Kraftfutter in geringem Maße zugefüttert wird, muss dies bei Ja! Natürlich zu 100% von österreichischen Bio-Betrieben kommen. Dafür gibt es hochwertiges Fleisch zu einem fairen Preis.

6. Was Weidehaltung mit der schönen Landschaft zu tun hat

Für Naturschutz und Landschaftspflege gilt die Beweidung mit Wiederkäuern wie Rindern, Ziegen und Schafen auch heute noch als wichtigste Nutzungs- und zugleich Pflegeform. Dass die Weidehaltung diesen unverzichtbaren Beitrag für vielfältige Landschaften leistet, auf die wir in Österreich so stolz sind, ist weitgehend unbekannt.

Weniger Fleisch für höheren Preis?

Auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist es ratsam, weniger Fleisch zu essen, als es der durchschnittliche Österreicher heutzutage tut. Es macht also aus vielerlei Gründen Sinn, weniger Fleisch, aber dieses dafür in höherer Qualität zu essen. Mehr über gesunde Ernährung gibt’s regelmäßig hier im Magazin von Ernährungswissenschafterin Margit Fensl. Viele Bauern gehen mit uns über gesetzliche Standards hinaus, einer davon ist Stefan Eisenberger, hier kannst du ihn und seine Arbeit genauer kennenlernen.

Über Bio-BloggerIn Lisa96 Artikel

Feinspitz mit Experimentierfreude. Aufgewachsen in einer kulinarisch höchst affinen Familie mit eigenem Gemüsegarten, zudem ausgestattet mit einer ordentlichen Portion Neugierde und Furchtlosigkeit, waren Küchenexperimente seit jeher wesentlicher Bestandteil meines kreativen Lebens. Kochen ist für mich Leidenschaft und kreativer Ausgleich, niemals „Haushaltspflicht“. Je mehr man [...]

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