Andrea Rieders Tipps zum Sammeln und Trocknen von Kräutern

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Die wunderbare Zeit, wo man im Garten und in der Natur die schönsten und buntesten Zutaten für den Speiseplan findet, begeistert uns alle. Blüten, Gartenkräuter und Wildkräuter sind seit Anbeginn der Menschheit treue Begleiter und dienen in vielfältiger Weise als Nahrungs- und Heilmittel. Sie erfreuen sich immer mehr an Beliebtheit und damit einem ungetrübten Genuss nichts im Wege steht, gibt es beim Sammeln, Ernten und Trocknen der Kräuter einiges zu beachten.

Sammeln und ernten

  • Sammle nichts, was du nicht absolut richtig bestimmen und erkennen kannst. Fang mit einigen Kräutern an, beschäftige dich mit diesen. Zum Kennenlernen der Kräuter ist es immer sehr hilfreich eine Kräuterführung mitzumachen, damit man das Kraut anschauen, riechen und kennenlernen kann. Im Zweifelsfall unbedingt kompetenten Rat einholen!
  • Nur dort sammeln, wo die Pflanze in großer Menge vorkommt. Man geht immer achtsam mit der Natur um, betreibt keinen Raubbau, für den nächsten soll auch genug bleiben.
  • Es sollte immer rücksichtsvoll gesammelt werden, dass anschließend nicht zu sehen ist, dass an dieser Stelle gesammelt wurde. Niemals alles abernten. Man schneidet/ pflückt von der Pflanze das obere Drittel, mit Bedacht und lässt die Wurzel im Boden. Gepflückt wird immer nur der Bedarf eines Kräuterjahres.
  • Gesammelt wird an einem sonnigen Tag, am besten wenn es seit einigen Tagen nicht mehr geregnet hat. Ihr Aroma entfalten die Blumen am späten Vormittag, wenn der Tau von den Blüten getrocknet ist, dann ist die ideale Erntezeit.
  • Nur so viel an einem Tag sammeln, was auch tatsächlich an diesem Tag verarbeitet werden kann und auch gebraucht wird, idealerweise Blüten und Kräuter erst kurz vor der Verwendung pflücken.
  • Die Kräuter werden locker eingefüllt in einem Korb, in einem Stoff- oder Papiersack transportiert. Plastik sollte vermieden werden.
  • Wurzeln werden im Herbst gegraben, denn da zieht die Pflanze ihre Kräfte wieder in die Wurzeln zurück.
  • Kräuter im Topf sollte man nicht büschelweise abschneiden, sondern einzelne Blätter/ Stängel heraus zupfen.
  • Im Garten ernten wir, die Wildkräuter mit ihren unzähligen Wirkstoffen in Wald und Wiese werden gesammelt.
  • Gesammelt wird an ungespritzten und unbelasteten Wald-, Feld- und Wiesenrändern, im Wald, am Flussufer und vor allem im eigenen Garten. Nicht gesammelt wird in Naturschutzgebieten, an stark befahrenen Straßen, sowie mit Pestiziden behandelten Flächen.

Tipps zum Trocknen

  • Trocknen dient der Haltbarmachung und Konservierung. Die Blätter frisch von den Stängeln streifen, so können sich die Wirkstoffe während der Trocknung nicht mehr in die Stängel zurückziehen, und auf einem Bogen Packpapier im Schatten trocknen lassen. Kein Zeitungspapier verwenden, die Kräuter nehmen die Druckerschwärze auf.
  • Sobald sie „rascheltrocken“ sind, werden sie, jede Sorte für sich, aufbewahrt. Am besten in einem Papiersack oder in einem Glas. Immer beschriften – mit dem Namen des Krautes und dem Abfülldatum.
  • Ganze Blätter trocknen und aufheben, an den Bruchstellen treten Wirkstoffe und ätherische Öle aus. Erst beim Verbrauch zerkleinern.
  • Getrocknete Kräuter öfters kontrollieren, bildet sich Schimmel ist Ungeziefer dabei, können sie nicht mehr verwendet werden.
  • Nach einem Jahr – aber immer erst dann, wenn die neue Ernte gesichert ist, die Kräuter austauschen. Da bauen sie die Wirkstoffe ab, können aber noch in Kräuterbädern, Gießwasser oder zumindest als wertvoller Rohstoff für den Kompost verwendet werden.

Frische Kräuter zu verwenden, wann immer es möglich ist - ist natürlich am besten. Allein die Freude und der Geruch beim Pflücken ist ein Erlebnis!

Werden Kräuter richtig konserviert – getrocknet, tiefgekühlt, als Kräuteröl oder Kräuteressig haltbar gemacht, – kann man ihr Aroma, ihren Geschmack und ihre gesunde Würze, das ganze Jahr über verwenden und genießen.

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Kräuterbuschen binden

Der Kräuterbuschen, ein farbenprächtiger und würzig duftender Strauß, wird am Tag vor Maria Himmelfahrt gesammelt und gebunden und am 15. August, dem Maria Himmelfahrstag, gesegnet. Den enthaltenen Kräutern wird besonders starke Heilwirkung nachgesagt. Der gesegnete Strauß soll Gottes Segen ins Haus bringen – ob im Herrgottswinkel aufbewahrt oder beim Räuchern verwendet. Er soll Unwetter fernhalten und wird dem Vieh unters Futter gemischt, um es zu kräftigen.

Je nach Region werden unterschiedliche Kräuter in den Buschen geflochten – vertreten sind Königskerze, Beifuß, Johanniskraut, Frauenmantel, Thymian, Salbei und Schafgarbe.

Traditionell Kräuterbuschen bestehen aus 7, 9, 12, 14, 24, 72 oder 99 verschiedene Pflanzen. Die Anzahl der verwendeten Kräuter hat auch eine besondere Bedeutung.

Urlaubstipp: Andrea Rieders Biohof

In einem Urlaub auf dem Bauernhof der Bio-Bäuerin kommt garantiert jeder auf seine Kosten. Die Lage des Hofs im atemberaubenden Nationalpark Hohe Tauern ist ideal, um sich auf die Suche nach seltenen Alpenblumen zu machen. Ob Action oder Entspannung – Österreichs größter Nationalpark hat für alle etwas zu bieten.

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Über Bio-BloggerIn Andrea42 Artikel

Kräuter haben mein Leben von klein auf „mit gelebt“. Es war in meiner Familie immer selbstverständlich, diese beim Kochen in vielfältigster Art und Weise zu verwenden und zu genießen. Sauerampfer, Gänseblümchen und Co wurden auf dem Schulweg gegessen. Bei all den kleineren und größeren Blessuren die einem im Leben begleiten, wurde mit Ringelblumensalbe, Arnikatinktur, [...]

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