Bio-Bäuerin Andrea Rieder setzt Spitzwegerichtinktur an

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Der Sommer ist nicht mehr weit, freuen wir uns auf viel Sonnenschein, blauen Himmel, Heuarbeit und Badevergnügen — aber leider gibt es auch den einen oder anderen Insektenstich. Mücken, Gelsen, Bremsen und Co haben bei diesem Wetter Hochsaison. Aber in der Natur gibt es auch dafür helfende Pflanzen. Eine davon ist der Spitzwegerich, den man sehr gut als Tinktur ansetzen kann. Tinkturen sind meist alkoholische, flüssige Pflanzenauszüge, deren Inhaltsstoffe behutsam aus der Pflanze herausgezogen, konserviert und gut haltbar gemacht werden. Verwendet werden frische oder getrocknete Kräuter.
Solange frische Pflanzen zur Verfügung stehen, nehme ich diese. Tinkturen sind praktisch unverderblich, können also über Jahre verwendet werden.
Bei einem Insektenstich kann man Spitzwegerichblätter zerreiben und den austretenden Saft auf die Stichstelle tupfen oder die Tinktur auftupfen.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Der Spitzwegerich ist ein vielseitiges Wiesenkraut und ganz ein besonderes Kraut, war er sogar das Heilkraut des Jahres 2014. Seinen Blättern wird eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Das „Grünzeug“ enthält sehr viel Chlorophyll – es ist das Farbpigment, das die Pflanzen grün färbt, das Sonnenlicht speichert und in Energie umwandelt. Sein feines Aroma sichert dem Spitzwegerich auch in der Küche seinen Platz. Frisch als Pesto verarbeitet oder im Risotto kann der Wegerich sein Steinpilzaroma entfalten und getrocknet gibt er dem Kräutersalz einen runden Geschmack. Wegerichblätter helfen sogar beim Wandern gegen müde Beine.

Zutaten für die Tinktur:

  • Spitzwegerichblätter
  • Alkohol (45 %)

Zubereitung:

  1. Die sauberen Blätter in ein weithalsiges Glas einfüllen. Das Glas soll knapp zur Hälfte gefüllt sein.
  2. Mit Alkohol auffüllen und gut verschließen.
  3. 4 Wochen an einem warmen, hellen Ort stehen lassen. Nicht in die pralle Sonne stellen. Öfters leicht schütteln.
  4. Danach abseihen und in dunkle Flaschen (am besten Tropfflaschen) abfüllen.
  5. Unbedingt beschriften.

Bei einem Insektenstich kann man Spitzwegerichblätter zerreiben und den austretenden Saft auf die Stichstelle tupfen oder die Tinktur auftupfen.

Tipp:

Eigentlich könnten die Kräuter jahrelang im Alkohol baden, ohne zu verderben. Sind sie aber abgefüllt und griff bereit, dann kommen sie auch zum Einsatz. Früh genug ansetzen, dann hat man sie immer zur Hand, wenn es notwendig ist.

Das Wissen der Natur ist spannend, aufregend und immer wieder eine Herausforderung – dieses überlieferte Wissen ist es wert, erhalten und weitergegeben zu werden.

Über Bio-BloggerIn Andrea26 Artikel

Kräuter haben mein Leben von klein auf „mit gelebt“. Es war in meiner Familie immer selbstverständlich, diese beim Kochen in vielfältigster Art und Weise zu verwenden und zu genießen. Sauerampfer, Gänseblümchen und Co wurden auf dem Schulweg gegessen.Bei all den kleineren und größeren Blessuren die einem im Leben begleiten, wurde mit Ringelblumensalbe, Arnikatinktur, [...]

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