Butternuss, Delicata & Co: Unser Bio-Kürbis Sortenguide

Weiterlesen
Gesunde Ernährung mit Kürbis

Hier nimmt unsere Ernährungs-expertin den Kürbis unter die Lupe.

Es soll Feinspitze geben, die freuen sich, wenn der Sommer dem Ende naht. Denn dann, ab Mitte/Ende August gibt es sie endlich wieder: Die kunterbunte Kürbis-Vielfalt bei Ja! Natürlich. Unserem Vielfalts-Credo entsprechend bieten wir unterschiedliche Sorten an. Sie alle werden in Österreich von erfahrenen Bio-Bauern geeignet, die sich die besten Sorten für ihre Felder herausgepickt haben. Jede bringt besondere Vorteile und Geschmacksnuancen mit sich, sie eignen sich für unterschiedliche Zubereitungsarten. In welchen Merkmalen sie sich unterscheiden, wie sie zubereitet werden und welche Köstlichkeiten daraus entstehen können, erklären wir euch in diesem Sorten-Guide:

Hokkaido-Kürbis

Das Fleisch ist nur etwa 3cm dick, feinkörnig und eher mehlig. Nicht umsonst ist Hokkaido einer der beliebtesten Kürbisse: Er zeichnet sich durch seinen feinen, maroniartigen, leicht süßlichen Geschmack aus und erinnert fast an Erdäpfel. Die essbare Schale ist kräftig orangefarben – wodurch Speisen eine intensive Färbung erhalten. Wir waren heuer übrigens bei der Ernte dabei, hier könnt ihr das Interview mit Josef Fleischhacker nachlesen, der uns viel interessantes über den Anbau seiner Bio-Hokkaido erzählt hat.

Zubereitungsempfehlung: Suppen, Gulasch, Curry (z.B. Kürbiscurry mit Bio-Gockel), Salate, Flammkuchen, Püree, Aufläufe, besonders für Kinder als Kürbis-Stangerln, Mehlspeisen wie z.B. Muffins und Kompotte

Stripetti

Dieser Kürbis besitzt eine grün-gelbe Färbung mit grünen Längsstreifen und wird wie der Spaghettikürbis bis zu 25 cm lang. Er ist eine Kreuzung aus dem Spaghettikürbis und der Sorte „Delicata“, besitzt ein nussähnliches Aroma sowie hellgelbes Fruchtfleisch.

Zubereitungsempfehlung: als Zutat in Salaten oder  zum Füllen. Weiters eigenen sie sich bestens zum Schmoren im Ofen, zum Braten, Pürieren, für Suppen und Kuchen.

Butternuss

Das buttrige, leicht-nussige Aroma des Fruchtfleisches gibt ihm seinen bezeichnenden Namen. Sein Fruchtfleisch ist sehr zart, hat keine Fasern und wenige Kerne. Die Farbe macht sich besonders gut in Suppen. Die befinden sich nur im unteren, meist etwas „bauchigerem“ Teil. Der Butternuss-Kürbis wiegt 1,5 kg bis 3 kg. Das Entfernen der Schale ist bei dieser Sorte sehr einfach, sie ist etwas fester als beim Hokkaido aber immer noch zart, kann also – je nach individueller Vorliebe – auch verzehrt werden, vor allem, wenn sie z.B. in Suppen püriert wird oder der Kürbis noch eher klein und zart ist.

Zubereitungsempfehlung: roh gerieben oder gegart in Salaten, für asiatische Gerichte oder in Desserts (Crème Brûlée), farblich besonders ansprechende Suppen, zum Braten, Backen, für Mehlspeisen, Kompotte u. Marmeladen. Tipp unseres Bauern: Da sich die wenigen Kerne nur im unteren Teil befinden, kann man schön gleichmäßige Scheiben abschneiden, die sich gut zum Panieren (Kürbisschnitzel, Kürbis Cordon Bleu) eignen.

Spaghettikürbis

Der oval-runde, längliche Kürbis ähnelt mit seiner Form und der cremefarben bis gelben Schale eher einer Honigmelone als einem Kürbis. Er wird bis zu 25 cm lang und wiegt 0,8 bis 2 kg. Das Fleisch zerfällt im gegarten Zustand auf wundersame Art und Weise nudelig, ohne dass es in Nudeln geschnitten werden muss. Hier findet ihr eine Variante mit Schinken und Käse, hier eine vegane mit Paradeisern und karamellisierten Champignons.

Zubereitungsempfehlung: Entweder im Ganzen kochen und nach etwa ½ Stunde anstechen, halbieren und die Kerne entfernen. Oder den Kürbis vorab halbieren, Kerne entfernen und ½ Stunde im Backrohr schmoren, bis das Fleisch weich ist, die „Nudeln“ auskratzen und wie Spaghetti mit eurer liebsten Pastasauce oder Toppings servieren. Auch etwas Kräuterbutter oder aromatisches Olivenöl macht sich sehr gut. Spaghettikürbis kann auch direkt in der Schale serviert werden.

Delicata Kürbis

Der Name hält, was er verspricht! Der Delicata ist in Geschmack und Zartheit des Fruchtfleisches einer der feinsten Kürbisse. Er wiegt 0,4 bis 0,8 kg, ist aromatisch, schmeckt nussig und leicht fruchtig.

Zubereitungsempfehlung: Er lässt sich ideal als Ofengericht zubereiten und eignet sich zum Füllen, beispielsweise mit Faschiertem, schmeckt aber auch vegetarisch wunderbar: Kerne entfernen, mit Knoblauch und Kräuterbutter bestreichen und ca. ½ Stunde im Ofen braten lassen. Zusätzlich salzen und mit Kräutern würzen. Danach aus der Schale löffeln. Er kann aber auch roh gegessen und in Kuchen verwendet werden.

Unsere Bio-Kürbisse werden ohne chemisch-synthetische Spritzmittel angebaut, daher kann die Bio-Schale mit ihren Vitaminen und Ballaststoffen bedenkenlos verzehrt werden. Bei manchen Sorten, wie z.B. Eichelkürbis und Spagehttikürbis ist die Schale zu fest um mitgegessen zu werden. Die Kürbisse wachsen im Freiland am Feld und werden nach der Ernte nur leicht abgebürstet, bevor sie ins Regal kommen. Daher unbedingt waschen!

Eichelkürbis

Der Eichelkürbis bietet an sich eine Vielfalt, die Schale kann die unterschiedlichsten Farben aufweisen, gestreift oder einfärbig sein. Namensgebend ist die feste, glatte schale mit rippenartigen Vertiefungen. Das Fruchtfleisch ist orange-gelb und schmeckt leicht nach Haselnüssen.

Zubereitungsempfehlung: eignet sich besonders gut zum Füllen mit würzigen Füllungen und im Ofen überbacken sowie als Grundlage für Pürees und Suppen. Das Backen im Ofen kann einem das Schälen ersparen, denn man kann ihn dann einfach im ganzen servieren und auslöffeln.

Baby Bear

Diese Kürbissorte hat ein dunkelgelbes Fruchtfleisch, sie ist nur 12 bis 15 cm klein und wiegt 0,5 bis 1,5 kg. Das Aroma ist mild und nicht so intensiv wie bei anderen Sorten. Deshalb ist der Baby-Bear ideal für Babynahrung, Suppen, Pürees, Kuchen oder Konfitüren verwendbar. Weil er so klein ist und eine sehr harte Schale besitzt, gibt er ausgehöhlt die ideale Schale für Kürbissuppen ab. Zudem ist der Baby Bear auch optimal zum Schnitzen bzw. Bemalen geeignet.

Zubereitungsempfehlung: Suppe (die kann sogar im Kürbis serviert werden!),  pikant gefüllt (hier ist die kleine Größe besonders praktisch, für kleinere Portionen). Das Aroma ist mild und nicht so intensiv wie bei anderen Sorten. Deshalb ist der Baby-Bear ideal für Babynahrung, zum Backen als Kürbis-Stangerln, oder Muffins, für Pürrees, Konfitüren und Marmeladen geeignet.  Die kleinen Baby Bear Kürbisse sind auch optimal zum Schnitzen bzw. Bemalen. Mit Bio-Kürbissen kann man sicher sein, dass Kinder nicht mit chemisch-synthetisch gespritzter Schale in Berührung kommen.

Blue Ballett

Ein großer, süß schmeckender Kürbis mit ungewöhnlich blau-grüner Farbe. Das Fruchtfleisch ist faserfrei und orangefarben.  Die Schale ist essbar.

Zubereitungsempfehlung: Der Blue Ballett ist sehr vielfältig einsetzbar. Wir mögen ihn besonders gefüllt, in Salaten, Aufläufen, als Ragout, in Kuchen und Marmeladen macht er sich mit seinem süßlichen Aroma und faserfreien Konsistenz ebenso sehr gut.

Green Hokkaido

Dickfleischiger Kürbis mit besonders aromatischem, nussartigen Geschmack. Es ist eine leicht gerippte, frühreife Sorte. Auch hier ist die Schale sehr bekömmlich und kann bedenkenlos verzehrt werden. Beim Garen wird sie besonders weich.

Zubereitungsempfehlung: wie Hokkaido, allerdings empfehlen wir für Suppe eher den orangen, da die Farbe damit schöner wird. Wir lieben den Green Hokkaido zum Füllen und Überbacken, als Beilage, für Kürbislasagne, Flammkuchen oder herbstlichen Salat. Er ist aber auch roh verzehrbar.

Patisson / "Ufo-Kürbis"

Aufgrund seiner Form wird er auch „Ufo“ genannt. Patisson gibt es in vielen Farben von weiß über gelb bis grün, gemustert oder einfärbig. Geschmacklich erinnert er an Zucchini und Artischocke. Je kleiner die Früchte sind, desto aromatischer und süßer schmecken sie – eine echte Augenweide auf jedem Tisch.

Zubereitungsempfehlung: für Suppen und Eintöpfe, zum Grillen oder Füllen. Die Form kommt besonders zur Geltung, wenn sie gefüllt im Ganzen serviert werden. Je Nach Größe kann man sie auch quer halbieren bzw. in Scheiben schneiden und Grillen, um die tolle Form zu präsentieren.

Bio-Kernöl aus der Region

Was wäre die österreichische Küche ohne Kernöl? Bei uns kommen immer nur die Kerne EINES Bio-Kürbisbauern in die Flasche. Das garantiert höchste Qualität und Nachvollziehbarkeit. Mehr zu Qualitätsunterschieden bei Kernöl, tolle Verwendungsmöglichkeiten und Rezepte findest du hier.

Über Bio-BloggerIn Lisa109 Artikel

Nach einigen Jahren als externe Partnerin bin ich 2017 ins Ja! Natürlich Team gekommen und bin seither unter anderem für die Inhalte hier zuständig. Meine Begeisterung für gutes Essen, Nachhaltigkeit und biologische Landwirtschaft prägt mein Leben seit vielen Jahren sowohl beruflich als auch privat. Noch mehr darüber zu lernen und das Wissen von den vielen ExpertInnen bei und um Ja! [...]

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Kommentar verfassen

Absenden

* erforderlich (E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht)