Die ersten Bio-Reisbauern Österreichs haben wieder geerntet!

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„Pioniere sind bereit, Lehrgeld zu bezahlen.“ Dr. Andreas Steidl, Direktor des Qualitätsmanagements bei Ja! Natürlich, weiß, wovon er spricht. Wer neue Ideen spinnt und sich an Innovationen heranwagt, die bisher noch niemand ausprobiert hat, muss gutes Durchhaltevermögen beweisen. Und den Willen zur Optimierung. Und viel Hartnäckigkeit. Wen wundert’s, wenn mitunter Jahre vergehen, bis aus einer Vision ein reales Produkt entsteht.

Andreas Steidl verbringt viel Zeit bei „seinen“ Bio-Bauern. Im Stall, auf der Weide, am Feld oder auf dem Acker. Und das nicht nur in der Rolle des gestrengen Qualitätskontrolleurs und Rohstoff-Experten, sondern als einer, der mit den Bio-Bauern Ideen wälzt und ihnen so manchen Floh ins Ohr setzt. So war es auch in unserem Pionierprojekt, dem Trockenanbau von Reis im Burgenland, der vor einigen Jahren in die Testphase ging. Die Reisernte mit Sensationswert konnte aber nicht gleich wie geplant eingefahren werden: 2014 standen zu geringe Temperaturen und zu viel Feuchtigkeit für eine erfolgreiche Ernte im Weg, 2015 hingegen war es zu heiß und zu trocken. 2016 konnten Bio-Fans erstmals „Ja! Natürlich Seewinkler Reis“ im Handel kaufen. Und nun, im Mai 2017, gibt die nächste Ernte Grund zur Freude.

Aus Bauernhand

„Aus Bauernhand“ ist ein Projekt, in dem wir mit unseren interessierten Gästen regionale Bio-Bauern besuchen, mit ihnen kochen, genießen und Einblick in ihre Arbeit und Leidenschaft nehmen dürfen.

Angeregt durch ein Schweizer Reis-Anbauprojekt, hat alles mit der wohl auf den ersten Blick verrückten Idee begonnen, den „nördlichsten“ Bio-Reis der Welt anzubauen – in der Nationalparkregion Neusiedler See-Seewinkel im Burgenland. Regionale Reis-Produktion – was für eine Kühnheit! Für den Mix zur Umsetzung von Ideen, über die die meisten am Anfang nur den Kopf schütteln, braucht es laut Andreas Steidl folgende Ingredienzen: Neugier, Lust auf Veränderung, den Willen zu Verbesserung und Innovation, Geduld und die Bereitschaft, Rückschläge in Kauf zu nehmen, unermüdliche Kommunikation – und Bio-Bauern, die die Begeisterung teilen, um die biologische Landwirtschaft ständig weiterzuentwickeln.

In Erwin Unger aus Wallern und Erich Leyrer aus Pamhagen hat Andreas Steidl zwei kongeniale Partner gefunden, die ebenso gerne über den Tellerrand schauen wie er selbst. Dabei ist für das Reisprojekt die Bereitschaft von Bedeutung, sich nicht als Konkurrenten wahrzunehmen, sondern sich gegenseitig zu inspirieren, zu vernetzen und sich auszutauschen. Und das ist für das Vorhaben, eine Diva wie die Reispflanze in unseren Breitengraden zu kultivieren, essenziell. Es kommt schließlich auf unzählige Faktoren an, ob und wie Reis gedeiht – das beginnt bei der Pflanzung der Setzlinge (Unger) bzw. Aussaat (Leyrer) und endet bei der Verarbeitung, wenn die Ernte längst abgeschlossen ist. Dazwischen gibt es viele Sollbruchstellen, die den Bio-Bauern einen Strich durch die Reisrechnung machen können:

Ist der Boden geeignet? Passen Wasser- und Nährstoffversorgung? Ist die Sorte optimal gewählt? Sind die jungen Pflanzen stärker als das Unkraut? Passt der Reihenabstand am Feld? Ist es während der Windbestäubungsphase zu trocken? Verläuft die vegetative Phase feucht genug? Ist es während der Ausreifung ausreichend trocken? Sind die Nächte zu kalt? Gibt es im Sommer genug Regen? Ist der Herbst zu kühl? Der größte Gegner der Bio-Reisbauern ist allerdings das Unkraut – es geht um das Kräftemessen zwischen Reis-Jungpflanze und aufkeimendem unerwünschten Wildwuchs am Feld, der in Asien und der italienischen Po-Ebene durch Wasserflutung eingedämmt werden kann. Diese Anbaumethode kommt derzeit im Burgenland noch nicht in Frage, hier müssen sich die Bio-Bauern mit aufwändigem Einsatz von Handarbeit behelfen. Das Unkraut wird unzählige Male manuell aus dem Boden gehackt, hunderte Arbeitsstunden sind erforderlich. Schließlich sind für den Bio-Anbau chemisch-synthetische Spritzmittel und Kunstdünger streng verboten.  Dazu kommt, dass Reis eine sehr zögerliche Jugendentwicklung hat.

„Wenn wir es nicht ausprobieren, verpassen wir die Chance herauszufinden, ob es funktioniert.“

Vor allem aber hält das Klima als große Unbekannte die Bio-Bauern in Atem. Reispflanzen brauchen eine ausgeglichene Witterung mit warmem Sommerregen und einem trockenen Herbst für die Ernte. Boden und Grundwasser dürfen nicht zu kalt sein bei der Auspflanzung ab Februar. Extreme in Temperatur und Niederschlag sind sowieso kontraproduktiv. Ob hier das pannonische Klima tatsächlich geeignet ist? Andreas Steidls Sicht der Dinge: „Wenn wir es nicht ausprobieren, verpassen wir die Chance herauszufinden, ob es funktioniert.“ So sind sie eben, die Pioniere.

Wo gibt es österreichischen Bio-Reis?

Unseren Seewinkler Bio-Reis gibt es ab sofort und solange die Ernte reicht in allen MERKUR und ausgewählten BILLA Filialen in ganz Österreich. Eine Liste der BILLA Filialen, die den Ja! Natürlich Seewinkler Bio-Reis im Sortiment haben, findet ihr hier.

Rezept für schwarzen Reis: Mediterraner Bio-Reissalat

Unsere Bio-Bloggerin Caro zeigt euch in den Küchengeschichten einen köstlichen Salat mit schwarzem Reis aus dem Seewinkel. Er eignet sich perfekt für sommerliche Picknicks, Grillereien oder zum Mitnehmen im Büro und lässt sich auch am nächsten Tag noch bestens verzehren.

Über Bio-BloggerIn Lisa52 Artikel

Feinspitz mit Experimentierfreude. Aufgewachsen in einer kulinarisch höchst affinen Familie mit eigenem Gemüsegarten, zudem ausgestattet mit einer ordentlichen Portion Neugierde und Furchtlosigkeit, waren Küchenexperimente seit jeher wesentlicher Bestandteil meines kreativen Lebens. Kochen ist für mich Leidenschaft und Ausgleich, niemals „Haushaltspflicht“, eher Basteln mit [...]

Kommentare (3)

Astrid Russ sagt

Liebes ja natürlich Team, Ich versuche seit Tagen den roten und schwarzen Seewinkel Reis zu kaufen. Ich finde keine Bezugsquelle. Haben Sie einen Tipp für mich. Vielen Dank Astrid Russ

Ulli Cecerle-Uitz sagt

Liebe Astrid, den Reis gibt es erst im nächsten Jahr. Den genauen Zeitpunkt geben wir auf allen unseren Social Kanälen durch! Danke für dein Interesse!

Sonja sagt

Hallo, sehr gut,das es jetzt einheimischen Reis gibt-toll auch fürs Klima (kein Flug nötig..)

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