Brauchtum Räuchern – Die Jahreswurzel (Teil 1)

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So wie die Natur sich jetzt zurückzieht, sollten auch wir Menschen in dieser Zeit ruhig werden, Einkehr halten, bei uns selbst ankommen. Es ist Zeit für Reinigungsprozesse in “Haus und Hof” – aber und vor allem auch in Körper und Geist. Früher wurden Geister und Dämonen vertrieben –  und auch heute sollten wir alles Belastende loslassen und “wegräuchern”.

Zum Räuchern eignen sich feuerfeste Schalen und Gefäße, Räucherpfannen und Stövchen. Besonders sanft zum Räuchern ist der Zunderschwamm oder Glut von Holz aus dem Herd. Die runde Räucherkohle muss gut durchgeglüht sein und eine weiße Ascheschicht haben, bevor das Räucherwerk aufgelegt wird. Wird mit dem Stövchen geräuchert erzielen wir einen guten Duft und angenehme Atmosphäre, die Luft wird gereinigt.
Soll „ausgeräuchert“ werden, muss ordentlich Rauch entstehen, Rauch transformiert. Dabei ist es wichtig immer gut lüften, – „es soll ja etwas raus“.

Zum Jahresausklang, während der 12 Raunächten, eine Jahreswurzel herzustellen, lässt uns innehalten und macht das Räuchern, im kommenden Jahr zu etwas ganz Besonderem.

Viele einheimische Kräuter sind auch Räuchermittel, die seit Jahrtausenden in Gebrauch sind und verschiedene Eigenschaften nachgesagt werden.

  • Majoran Pflanzenteil: Kraut
    Warmer Duft, erfreut das Herz, vertreibt Missmut
  • Minzen Pflanzenteil: Blätter
    Erfrischend, belebend und reinigend
  • Rosmarin Pflanzenteil: Triebspitzen
    Reinigend, soll Liebeserklärungen unterstützen
  • Salbei Pflanzenteil: Blätter
    Klärend und säubernd, reinigt Räume von negativen Energien und auch Keimen; fördert die Konzentration; soll verlorene Energie zurückgeben
  • Tanne Pflanzenteil: Triebspitzen und Harz
    Reinigend, die Nerven stärkend; schützt vor bösen Mächten – (Raunachtsräucherwerk)
  • Thymian Pflanzenteil: Kraut
    Kräftigend und stärkend, stärkt Wille und Selbstvertrauen

Herstellung

  1. Für unseren Räucherkalender der besonderen Art stellen wir uns alle getrockneten Kräuter, Blüten, Rinden, Fichten- und Tannennadeln, u.ä. das wir auf Vorrat haben, bereit.
  2. Ebenso verschiedene Harze (Weihrauch, Benzoe, Dammar, Rosenweihrauch – jeder wie er es mag) bereitstellen.
  3. Wir stellen für jeden Monat eine Räuchermischung zusammen, binden diese in ein Stück Stoff und befestigen sie an einer Wurzel, einem Zweig oder ähnlichem. Wer seinen Baum vom keltischen Jahreskreis weiß, kann auch einen Ast von diesem nehmen.
  4. Bei jeder Kräutermischung überlegen wir uns wofür jedes Monat für mich / für die Familie steht, welche Wünsche man hat, was man in diesem Monat umsetzen will (z.B. Jänner ist Neubeginn, loslassen von Altem,..) und mischen die passenden Kräuter und Harze zusammen. Es soll sich jeder in das Monat einfühlen oder die 12 Raunächte beobachten, denn jeder dieser Tage steht für einen Monat. Am Ende sind 12 kleine Säckchen mit verschiedenen Räuchermischungen an der Wurzel festgebunden.
    Damit haben wir für jedes Monat des kommenden Jahres unsere Kräutermischung.
    Über die Jahreswurzel, die Bedeutung der einzelnen Raunächten, sowie den Monatsräuchermischungen,..  gibt es in Kürze einen Teil 2.

Wer keine getrockneten Kräuter auf Vorrat hat, kann auch sehr gut verschiedene Kräuterteemischungen verwenden.

Für sich selbst gemacht ist dieser Räucherkalender eine Bereicherung und Schmuck für jedes Haus und als Geschenk für einen lieben Menschen, bringt es viel Freude und begleitet den Beschenkten das ganze Jahr über.

Über Bio-BloggerIn Andrea34 Artikel

Kräuter haben mein Leben von klein auf „mit gelebt“. Es war in meiner Familie immer selbstverständlich, diese beim Kochen in vielfältigster Art und Weise zu verwenden und zu genießen. Sauerampfer, Gänseblümchen und Co wurden auf dem Schulweg gegessen. Bei all den kleineren und größeren Blessuren die einem im Leben begleiten, wurde mit Ringelblumensalbe, Arnikatinktur, [...]

Kommentare (1)

Richard Gruber sagt

Es ist sehr schön das der brauch des Räuchern aufrecherhalten bleibt. Ich bin in der Steiermark ihn einen
Bauernhof aufgewachsen. und für uns Kindern war das Räuchern am Heiligen Abend immer was besonderes.

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