Die Jahreswurzel – ein Räucherkalender der besonderen Art (Teil 2)

Weiterlesen

Die 12 Rau(h)nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, die Zeit zwischen den Zeiten, haben von alters her schon etwas Mystisches und Geheimnisvolles an sich. Es war immer schon eine besondere Zeit. Es ist eine Zeit, die achtsam und behutsam begangen werden soll. Man soll das alte Jahr, im wahrsten Sinne des Wortes „ausklingen“ lassen, man soll es in Dankbarkeit gut abschließen und hoffnungsvolle Vorsätze und Pläne für das neue Jahr schmieden.

Die Jahreswurzel zum Jahresausklang.
Eine Jahreswurzel herzustellen lässt uns innehalten.

Herstellung einer Jahreswurzel

Wie man eine Jahreswurzel herstellt und welche anderen Räuchermittel eingesetzt werden können, kannst du in Teil 1 „Brauchtum Räuchern – Die Jahreswurzel“ nachlesen!

Wie werden die Säckchen befüllt?

Der erste Raunachtstag (25.Dez) steht für den Jänner/ das erste Sackerl wird befüllt und folgende Fragen/ Gedanken/ Wünsche kann ich bei der Auswahl der Kräuter und Harze für die Räuchermischung einfließen lassen/ berücksichtigen:

  • Was nehm‘ ich mit ins neue Jahr?
  • Was möchte ich besser machen?
  • Meine Vorsätze fürs neue Jahr; denn Jänner steht für Neuanfang, Kälte, Schnee und kurze Tage.

 

Der zweite Raunachtstag steht für den Februar/ das zweite Sackerl wird befüllt und folgende Gedanken kann ich mir dazu machen:

  • Was sind meine Ziele?
  • Welche Kontakte möchte ich vertiefen? Fröhlichkeit, man versteckt sich hinter Masken,..

So geht man Monat für Monat durch – schön wäre es, die Träume, persönlichen Wünsche und Erinnerungen an den Monat, eigentlich alles was mir für den Monat wichtig ist, was ich mit dem Monat verbinde – zu notieren. Man kann auch die Raunachtstage beobachten/ Tagebuch schreiben und das an diesem Tag Gewesene mitberücksichtigen. Mit all diesen Erkenntnissen, stellt man dann für diesen Monat eine Räuchermischung mit den passenden Kräutern und Harzen zusammen.

Viele einheimische Kräuter sind auch wirksame Räuchermittel, die seit Jahrtausenden in Gebrauch sind:

  • Alant Pflanzenteile: Wurzel
    Reinigend, keimtötend, Sonnenträger; bringt Sonne ins Herz
  • Baldrian Pflanzenteile: Wurzel
    Für gute Träume
  • Beifuss Pflanzenteile: blühendes Kraut
    Räucherklassiker, reinigend, für Schutz- und Segensräucherungen
  • Lavendel Pflanzenteile: Blüten
    Klärend, reinigend, entspannend
  • Kamille Pflanzenteile: Blüten
    Geborgenheit, Wärme, Geborgenheit, sie werden bei Angst, Trauer und Ärger verräuchert. Kamillenrauch bringt Glück und Erfolg in allen Bereichen und schafft Ruhe und Ausgeglichenheit.
  • Wacholder Pflanzenteile: Früchte und Nadeln
    Reinigend, desinfizierend, macht wach und stärkt das Immunsystem und die Aufmerksamkeit
  • Fichtennadeln Pflanzenteile: Nadeln und Rinde
    Konzentrationsfördernd, lässt tief durchatmen (diese Wirkung ist bei Fichtenharz noch stärker), erdet und desinfiziert die Raumluft
  • Schafgarbe Pflanzenteile: Blüte und feine Blätter
    lockt vielsagende Träume hervor
  • Nelke
    regt die Kreativität an und fördert positive Gedanken.
  • Tonkabohne
    riecht königlich, macht frei und fördert heitere Gelassenheit (sparsam verwenden)
  • Orangenschalen
    wirken erfrischend und sorgen für fröhliche Stimmung.
  • Rosenblüten
    werden in Räucherungen rund um die Liebe eingesetzt, bewirkt Herzensliebe, Herzöffnung und liebevolle Zuneigung. Helfen seelische Verletzungen los zu lassen

3 Räuchermischungs-Beispiele

Entspannende Mischung:

1 Teil Ysop, 1 Teil Muskatellersalbei, einige Rosenblätter, 2 Teile Lavendel und 1 Teil Benzoe

 

Licht für das Haus:

Je 1 Teil Salbei, Beifuß, Wacholder (Beeren und Nadeln), Thymian, Melisse, Fichtenharz, Johanniskraut

 

Für Harmonie und Ausgeglichenheit:

1 Teil Rosenblütenblätter, 1 Teil Frauenmantel, ½ Teil Rosmarin,  ½ Teil Benzoe

Für die Räuchermischungen alle Zutaten vermischen vor dem Räuchern mörsern. Auf sanfter Glut oder im Sieb verräuchern.

In unseren Kräuterbroschüren vom Hollersbacher Kräutergarten gibt es zum Holunder, der Brennnessel, dem Thymian, dem Frauenmantel, dem Salbei, dem Beifuß, der Rose und der Schafgarbe ein eigenes Kapitel zum richtigen Räuchern.

Über Bio-BloggerIn Andrea34 Artikel

Kräuter haben mein Leben von klein auf „mit gelebt“. Es war in meiner Familie immer selbstverständlich, diese beim Kochen in vielfältigster Art und Weise zu verwenden und zu genießen. Sauerampfer, Gänseblümchen und Co wurden auf dem Schulweg gegessen. Bei all den kleineren und größeren Blessuren die einem im Leben begleiten, wurde mit Ringelblumensalbe, Arnikatinktur, [...]

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Kommentar verfassen

Absenden

* erforderlich (E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht)