Besuch beim Bio-Reisbauer im Seewinkel: Erntedankfest der besonderen Art

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Aus Bauernhand

„Aus Bauernhand“ ist ein Projekt, in dem wir mit unseren interessierten Gästen regionale Bio-Bauern besuchen, mit ihnen kochen, genießen und Einblick in ihre Arbeit und Leidenschaft nehmen dürfen.

Unendlich weit, mit pannonischem Klima gesegnet – so präsentiert sich der Seewinkel,  Schauplatz unseres dritten Aus Bauernhand-Events, auch an diesem Samstag Nachmittag. Hier in Pamhagen strahlt die Herbstsonne mit voller Kraft und bringt die Schätze vom Biohof Leyrer zum Leuchten: Kichererbsen, Hirse, Dinkel, Belugalinsen, Mohn, Weizen und der Seewinkler-Reis, schön präsentiert auf einem alten Gummiwagen, glänzen in der Sonne. Umgeben werden sie von Erdäpfeln, Süßkartoffeln, Chili, Pfefferoni, Paprika und Gurken-Gesichtscreme sowie Gurken-Body Lotion. Dahinter stehen gerade erst aus der Erde ausgegrabene Reispflanzen zum Fühlen und Bestaunen. Man merkt es sofort – hier ist ganz eindeutig alles möglich. Das Video zeigt Vater und Sohn Leyrer in ihrer Bio-Begeisterung, die übrigens für Ja! Natürlich auch Delikatess-Gurken und Stroh-Paradeiser anbauen.

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Hier auf diesen Feldern wird dieser Tage österreichische Geschichte geschrieben, denn erstmalig werden im Seewinkel große Mengen an Bio-Reis geerntet. Erich Leyrer senior, Erich junior sowie Erwin Unger aus Wallern sind Bio-Bauern, die keine Mühen scheuen um österreichischen Reis in die Supermärkte zu bringen. „Reis ist eine sehr sensible Pflanze, die viel Sonne benötigt. Wo, wenn nicht im Seewinkel, könnte sie sonst so gut wachsen?“ erklärt Erich senior (links im Bild mit Ja! Natürlich Qualitätsdirektor Andreas Steidl) während er ein paar Körner aus der Ähre streicht.

Die beiden Vollblut-Biobauern sind nicht nur Pioniere der Reis-Kultivierung, sondern begeistern auch mit den ersten biologischen Süßkartoffeln aus Österreich. Die Kulturen sind ihr Leben, und sie sind ständig auf der Suche nach neuen Pflanzen, die sich mit Klima und Böden vor Ort wohlfühlen.

Mit einem burgenländisch-asiatischen Crossover-Menü zum Reiserntedank bringt Tobi Müller mehr als einen Hauch Asien in die Schalen der Besucher. Denn entsprechend der asiatischen Kultur werden alle Speisen in die Mitte der Tische gestellt und jeder kann seine eigene Schale nach Belieben füllen. Zur Auswahl stehen, neben Kürbis „mit seltsamem Geschmack“ (mehr dazu später), rot gekochter Schweinebauch bzw. Zeller in burgenländischem Sherry, unpolierter roter und schwarzer Reis aus dem Seewinkel und der berühmte Mapo Tofu. Selbst der Tofu wird im südburgenländischen Rotenturm an der Pink von Chuang Shu-Chen nach alter Tradition hergestellt. „Kürbis mit seltsamen Geschmack“ ist Tobis Pendant zu einer traditionellen Würzkombination, die in der chinesischen Küche „seltsamer“ oder „komischer Geschmack“ heißt. Seltsam ist dabei in Wirklichkeit allerdings nichts, außer dass die Servierschalen trotz fleißigen Nachfüllens immer sofort wieder leer sind.

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An diesem Samstag steht allerdings der Reis im Mittelpunkt. Und eine große Zahl von Gästen wird hinter der Gerätehalle der Familie Leyrer auf einer großen Wiese in Staunen versetzt. Zur Begrüßung bei diesem Erntedankfest der besonderen Art wird heißer Gurken-Ingwer-Glühwein aus hauseigenem Bio-Gurkensaft gereicht und Tobi Müller, vom Heurigen Schwein und Wein in Purbach, inszeniert den roten Reis in Form von Reiscrackern mit Apfel, Schafjoghurt, Süßkartoffel und Grünkohl – mariniert in Fischsauce vom Traunsee – als Aperitif-Häppchen.

Ausbauernhand_Leyrer_Nach_01 Ausbauernhand_Leyrer_Nach_01

Wie in China wird im Anschluss eine Suppe, hier aus Pastinaken und Sauerkraut, serviert, um die Reste in der Schale damit auszulöffeln. Mehr Asia-Feeling inmitten der Seewinkler Felder geht kaum und wurde in dieser Form bestimmt auch noch nie geboten. Für Begeisterung sorgt schließlich auch das anschließende Dessert – roter Reispudding mit Nüssen und Zwetschken.

Wie es sich im Seewinkel gehört, werden die Gäste mit einem wunderbar stimmungsvollen Sonnenuntergang verabschiedet. Als kleines Abschiedsgeschenk habe ich für jeden Besucher ein Glas süß-scharfe Chilipaste vorbereitet: ein wenig asiatisch-pannonische Würze für die Küche zuhause. Ein Tag, der mit Sicherheit in Erinnerung bleibt – und großes Interesse für Reis aus dem Seewinkel geweckt hat.

BIo-Info

Sehen. Fühlen. Riechen. Schmecken. Hören. Aus Bauernhand ist mehr als eine Plattform. Sie gibt Bio-Bauern die Möglichkeit, ihre Arbeit, ihre Passion und ihre Produkte einem interessierten, nachhaltig denkenden Publikum auf authentische Art und Weise zu präsentieren. Dabei wird in Form von Portrait-Videos, Fotos und Erzählungen ein 360°-Blick auf die Bauern und ihre Höfe geworfen.

Über Bio-BloggerIn Meli25 Artikel

Ich war eines der glücklichen Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen durften und kostete in der kleinen Dorfbäckerei meiner Großeltern das kulinarische Leben am Land vollends aus. Nach einigen Jahren in Wien habe ich allerdings erst gelernt, wie wertvoll diese Erfahrungen sind und wie wichtig die Natur, das Handwerk und der unstillbare Hunger nach höchster Qualität für mich, meine [...]

Kommentare (2)

Angela Breslmayr sagt

Ich finde es toll, dass es endlich österreichischen Reis gibt! Können Sie mir sagen, ob dieser in der Trockenanbaumethode angebaut wird?
Noch eine Frage: ab wann wird es die österreichischen Bio-Süßkartoffel bei Merkur zu kaufen geben?

Danke und herzliche Grüße aus Tirol,
Mag. Angela Breslmayr

Ja! Natürlich sagt

Liebe Angela, ja genau, Trockenanbau. <a href="https://magazin.janatuerlich.at/bio-reis-aus-oesterreich/">Hier </a> erfährst du mehr!

Die heimischen Süßkartoffel gibt's voraussichtlich wieder mit der neuen Ernte im Spätsommer/Herbst. Liebe Grüße, dein Ja! Natürlich Team

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