Fruchtfolge im Gemüsebeet: Gut für Boden und Ernte

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Der Begriff Fruchtfolge mag vielen noch aus der Schule geläufig sein. Dort wurde über die aus dem Mittelalter stammende Dreifelderwirtschaft und den jährlichen Wechseln von Getreide, Rüben, Bohnen und Brache unterrichtet. Die Einführung der Dreifelderwirtschaft um das Jahr 1100 n. Chr. war zugunsten der Ernährungssicherheit ein enormer Sprung nach vorne und führte zu einem schlagartigen Bevölkerungswachstum in Europa.

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Mit der Etablierung neuer Feldfrüchte wie der Kartoffel, wurde aus der Dreifelderwirtschaft die Vierfelderwirtschaft. Ab da wurden drei Felder bestellt und ein viertes Feld lag brach. Die Abwechslung der Feldfrüchte brachte viele Vorteile:

Die Nährstoffe im Boden wurden unterschiedlich aufgebraucht, Krankheiten und Schädlinge wurden reduziert und Unkräuter in Schach gehalten.

Bodengesundheit, Vorsorge gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge: Fruchtfolge in unserem Garten hat viele Vorteile!

Doris Kampas
Tipp der Bio-Gärtnerin

Bei der Fruchtfolge ist es wichtig, auf ausreichende zeitliche Abstände zwischen Gemüsearten der gleichen Familie zu achten. Auf eine Tomate darf also kein Paprika folgen, auf eine Zucchini kein Kürbis und auf ein Weißkraut kein Brokkoli. Sonst wird der Boden einseitig ausgelaugt und es vermehren sich Krankheitserreger im Boden.

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1. Die Fruchtfolge im Verlauf der Jahre

Wird in unseren Gärten auf einem Beet Jahr für Jahr dasselbe Gemüse angebaut, so führt das sehr bald zur Bodenmüdigkeit. Der Boden ist ausgelaugt – denn es werden immer nur die gleichen Nährstoffe gebraucht und die Wurzelausscheidungen der Pflanzen sorgen für eine einseitige Entwicklung der Mikroorganismen, Pilze und kleinen Bodentiere. Bald lässt das Wachstum der Pflanzen nach und ihre Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen steigt. Im August – vor der Pflanzung des Wintergemüses – ist es also Zeit, sich über die Anbauplanung und richtige Fruchtfolge Gedanken zu machen.

Vorbereitung für eine gute Fruchtfolge:
  • Erfassung aller Gartenbeete, die für den Gemüseanbau zur Verfügung stehen
  • Erstellen einer Gemüse-Wunschliste
  • Einteilung der Gemüsekulturen nach Ihrem Nährstoffbedarf – also in Stark-, Mittel,- und Schwachzehrer. Tomaten, Paprika und Zucchini sind z.B. Starkzehrer, Karotten und Rüben Mittelzehrer, Bohnen, Salat und Spinat Schwachzehrer.
  • Festlegung, welches Gemüse in welches Beet kommt. Bei vier zur Verfügung stehenden Beeten sollte also ein Beet vorwiegend mit Starkzehrern, das nächste hauptsächlich mit Mittelzehrern und das dritte mit Schwachzehrern bepflanzt werden. Auf das vierte Beet kommt eine Gründüngung.
  • Sobald dieser Anbauplan einmal erstellt ist, wird es ganz einfach. Im ersten Jahr werden die Beete wie geplant bepflanzt. Im zweiten Jahr rückt die Bepflanzung um ein Beet weiter, und so geht es fort, bis jede Bepflanzung auf jedem Beet drangekommen ist.
  • Danach geht es einfach wieder von vorne los.

Ein Beispiel für Fruchtfolge:

Es stehen vier Gemüsebeete zur Verfügung. Für die Bepflanzung wählen wir Tomaten, Sellerie, Karotten, Zwiebel, Bohnen und Salat. Als Gründüngung Phacelia – Bienenfreund.

1. Jahr:

  • Beet 1: Tomaten und Sellerie
  • Beet 2: Karotten und Zwiebel
  • Beet 3: Bohnen und Salat
  • Beet 4: Phacelia

2. Jahr:

  • Beet 1: Phacelia
  • Beet 2: Tomaten und Sellerie
  • Beet 3: Karotten und Zwiebel
  • Beet 4: Bohnen und Salat

3. Jahr:

  • Beet 1: Bohnen und Salat
  • Beet 2: Phacelia
  • Beet 3: Tomaten und Sellerie
  • Beet 4: Karotten und Zwiebel

4. Jahr:

  • Beet 1: Karotten und Zwiebel
  • Beet 2: Bohnen und Salat
  • Beet 3: Phacelia
  • Beet 4: Tomaten und Sellerie

Im fünften Jahr geht es wieder von vorne los.

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2. Die Fruchtfolge innerhalb eines Jahres

Ein Jahr hat zwölf Monate. Doch die wenigsten unserer Gemüsepflanzen brauchen vom Anbau bis zur Ernte so lange. Darum ist es möglich, auch innerhalb eines Jahres verschiedene Gemüsearten auf dem gleichen Beet anzubauen.

Ein Beispiel:

Man beginnt Mitte März mit dem Anbau von Pflücksalat. Dieser kann ab Mitte April laufend geerntet werden. Bis Mitte Mai ist er dann komplett vom Beet geräumt. Ab Mitte Mai wird Paprika auf dasselbe Beet gesetzt. Ab Juli bis Ende September werden regelmäßig Paprikafrüchte geerntet. Ende September/Anfang Oktober kommen die Paprikapflanzen vom Beet. Als letztes Gemüse in diesem Jahr folgt eine Asia Salat Mischung. Sie ist sehr winterhart und ab November können laufend einzelne Blätter wie bei einem Pflücksalat geerntet werden. Asia Salat kann bis März des darauffolgenden Jahres am Beet stehen bleiben und liefert den gesamten Winter hindurch frische Vitamine.

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1994 – vor mehr als 20 Jahren – begann die Erfolgsgeschichte von Österreichs größter Bio-Marke. Heute bietet Ja! Natürlich in Zusammenarbeit mit über 7.000 Bauern rund 1.100 vorwiegend regionale, 100% palmölfreie Bioprodukte an. Zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt setzt sich der österreichische Bio-Pionier selbst höhere Qualitätsstandards als sie vom Gesetz vorgeschrieben [...]

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