Bio-Paprika, Pfefferoni & Chili anbauen

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Was ist da eigentlich der Unterschied?

Unter dem Begriff Paprika versteht man die großfruchtigen und meist milden Sorten. Als Pfefferoni werden in Österreich lange, dünne Sorten, egal ob scharf oder mild, bezeichnet. Chilis oder auch Gewürzpaprika sind dann Sorten mit kleinen scharfen Früchten, die getrocknet als Gewürz ihre Verwendung finden.

Innerhalb von diesen drei Typen findet man unzählige, manchmal sehr interessante und bizarre Fruchtformen. Die Farbpalette reicht von gelb über orange und rot bis zu dunkelviolett. Interessant zu wissen ist, dass es keine grünfruchtigen Sorten gibt, alle grünen Früchte sind einfach unreif!

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Anbau

Wer Jungpflanzen selber aus Samen ziehen will, muss rechtzeitig anfangen. Chilis und Paprika haben eine sehr lange Entwicklungsdauer und sollten daher mindestens 8 – 10 Wochen vor der geplanten Auspflanzung, also spätestens Anfang März, ausgesät werden. Für die Anzucht benötigt man einen sehr hellen, sonnigen Platz und eine Mindesttemperatur von 22 °C. Bei Lichtmangel werden die Stängel sehr lang und dünn und brechen später leicht. Als Ort für die Anzucht ist daher z. B. ein Wintergarten oder gar ein eigenes Glashaus ideal. Wer über diesen Luxus nicht verfügt, sollte lieber – so wie auch bei den Paradeisern – auf vom Gärtner vorgezogene biologische Jungpflanzen zurückgreifen.

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Aussaatkalender

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Da Chilis und Paprika sehr wärmebedürftig sind, benötigen sie einen vollsonnigen und vor Wind geschützten Platz. Die Auspflanzung darf daher erst nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai, erfolgen, wenn in der Nacht keine Frostgefahr mehr droht.

Selbst gezogene, aber auch gekaufte Jungpflanzen sollten vor der Auspflanzung „abgehärtet“ werden. Die jungen Pflänzchen kommen immerhin verwöhnt aus der warmen Stube und sind weder Wind noch Temperaturschwankungen gewöhnt. Das heißt, man sollte sie ca. 2 Wochen vor dem geplanten Pflanztermin jeden Tag bei schönem Wetter für ein paar Stunden rausstellen und diese Zeit immer mehr verlängern. Aber Vorsicht! Die Jungpflanzen dürfen am Anfang nicht in die direkte Sonne gestellt werden, sie würde ihre zarten Blätter verbrennen! Härtet man die Pflanzen nicht ab, so droht ihnen ein Schock, bei dem sie das Wachstum für einige Zeit einstellen, bis sie sich wieder gefangen haben. Somit verschiebt sich die Ernte nach hinten und der Ertrag sinkt.

Paprikapflanzen gehören zu den sog. Starkzehrern, also zu den Gemüsearten, die einen hohen Nährstoffbedarf haben. Es ist sehr günstig, schon bei der Pflanzung eine Handvoll Hornspäne oder eine Schaufel Mist oder Kompost ins Pflanzloch zu geben.

Anbau in Töpfen

Wer keinen Garten besitzt, kann Paprika und besonders Chilis erfolgreich auf einem – am besten südlich ausgerichteten – Balkon oder der Terrasse anbauen. Auch hier gilt, dass eine ausreichende Sonneneinstrahlung für das Gedeihen der Pflanzen entscheidend ist. Zusätzlich ist die Wahl der passenden Pflanzgefäße von großer Bedeutung. Optimal ist natürlich ein Trog oder Terrassenbeet, welche den Wurzeln viel Raum bieten.

Da selbst in großen Töpfen das Erdvolumen und somit das Nährstoffangebot begrenzt und relativ schnell aufgebraucht wird, müssen Paprika regelmäßig mit einem guten Bio-Dünger versorgt werden. Einen Nährstoffmangel erkennt man an aufgehellten, gelblichen Blättern – spätestens beim Auftreten dieses Symptoms ist eine Düngergabe notwendig. Auch wenn die Pflanzen vital aussehen, ist die erste Düngergabe spätestens beim Fruchteinsatz ratsam. Ab dann sollte sie alle 2 – 3 Wochen wiederholt werden.

Während Chilis mit etwas weniger auskommen, haben Paprikapflanzen einen sehr hohen Wasserbedarf (höher als z. B. Paradeiser) und müssen an heißen Sommertagen sogar täglich gegossen werden.

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Tipp der Bio-Gärtnerin

Oft werfen Paprikapflanzen bei Trockenheit und Hitze ihre Blüten und Früchte ab. Dem kann man vorbeugen, indem man die Pflanzen regelmäßig mit warmem Wasser besprüht. Die optimale relative Luftfeuchtigkeit für ein üppiges Wachstum liegt bei ca. 75 – 80 %. Das besprühen von Blüten fördert den Fruchtansatz.

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Fotocredit: bio-garten

Über Bio-BloggerIn Doris22 Artikel

Bio-Gärtnerin aus Berufung Die Liebe zur Natur begleitet mich mein Leben lang. Schon als Kind freute ich mich auf die gemeinsamen Spaziergänge mit den Eltern in die nahe gelegenen Donauauen. Und in einem kleinen Beet in unserem Garten versuchte ich mich im ersten Anbau von Erbsen und Karotten. Was lag also näher, als ein Studium an der Universität für Bodenkultur zu wählen. [...]

Kommentare (1)

Tom Vogt sagt

Guten Tag,
eigene Paprikas oder Chilis an meinem Balkon anpflanzen wäre schon echt schön. Wobei meiner wohl eher nach westen ausgerichtet ist und ich erst gegen Nachmittag sehr viel Sonne kriege. Vorwiegend würde ich Metallgefäße für diese Pflanzen nutzen.

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