Genuss-bewusst: Bohnenvielfalt aus dem Bio-Garten

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Es gibt viele gute Gründe, um das Fleischessen bewusst zu überdenken und sich nicht jeden Tag – dafür aber ein qualitativ hochwertiges – Stück Bio-Fleisch zu gönnen. Wer sich für vegetarische und vegane Ernährung entscheidet, weiß meistens, dass in der fleischlosen Küche Bohnen eine wichtige Rolle spielen sollten. So wichtig übrigens, dass die Vereinten Nationen (UNO) 2016 zum „Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte“ ausgerufen haben!

Neben der Versorgung des Körpers mit dem benötigten Eiweiß enthalten Bohnen viele weitere, gesunde Inhaltsstoffe. Sie sind reich an Flavonoiden und Saponinen, enthalten Ballaststoffe, die Vitamine A, C, E sowie das Provitamin A und verschiedene Vitamine der B-Gruppe. Auch der Anteil an Mineralsstoffen ist hoch, unter anderem findet man in den Bohnen Magnesium, Kalium, Kalzium, Eisen und Mangan.

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Hülsenfrüchte nützen der Bodengesundheit

Botanisch zählen die Bohnen zur Familie der Schmetterlingsblütler (auch Leguminosen oder Hülsenfrüchte genannt). Beim Anbau fällt den Bohnengewächsen eine ganz besondere Eigenschaft zu. Sie sind in der Lage mit Hilfe von Bakterien, die sich im Boden befinden, den sogenannte Knöllchenbakterien, eine Symbiose einzugehen. Diese Bakterien binden den natürlich in unserer Luft vorkommenden Stickstoff und geben ihn an die Bohnenpflanze weiter. Dadurch werden viele Hülsenfrüchte auch als Gründüngung angebaut, um ausgelaugte Böden mit Nährstoffen anzureichern.

Wie Bohnen am besten gedeihen

Wer in seinem Garten Buschbohnen oder Erbsen ausgräbt, kann an den Wurzeln kleine, angeklebt erscheinende Knötchen erkennen. Dies sind die „Fabriken“ der Knöllchenbakterien, in denen ganz natürlich und kostenlos wertvoller Dünger produziert wird. Bohnen gedeihen daher auch auf kargen und nährstoffarmen Böden und werden nach oder vor sogenannten Starkzehrer wie Paradeisern, Gurken oder Kohlgewächsen angebaut. Auch in der Mischkultur lassen sie sich gut mit den genannten Starkzehrern kombinieren und unterstützen diese sogar im Wachstum.

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Bohnenvielfalt zum Genießen

Zu den Bohnen zählen die Fisolen, die Auskernbohnen, Puff- oder Saubohnen, Käferbohnen und viele mehr. Auch Erbsen sind botanisch eng mit den Bohnen verwandt. Die älteste bei uns verwendetet Bohnenart ist die Puffbohne. Sie wird auch Ackerbohne oder Saubohne genannt. Sie wurde bereits in der Jungsteinzeit angebaut. Funde aus der Bronzezeit bestätigen, dass diese Bohne auch im mitteleuropäischen Raum weit verbreitet war. Die Samen wurden ursprünglich getrocknet und zu Mehl verarbeitet. Erst später erfolgte die Nutzung als Gemüse. Heute ist die Puffbohne bei uns etwas in Vergessenheit geraten, wird jedoch in Italien noch gerne verwendet. Im Gegensatz zu anderen Bohnen kommt die Puffbohne sehr gut mit niedrigen Temperaturen zurecht und kann bereits ab Februar oder März angebaut werden.

Hülsenfrüchte werden auch in der Landwirtschaft als kleines "Kraftwerk" genutzt: Als Gründüngung angebaut, reichern sie ausgelaugte Böden mit Nährstoffen an.

1. Fisolen oder Buschbohnen: Die bekannteste Bohnenart ist heute die Buschbohne, besser bekannt als Fisolen. Sie sind eine Weiterentwicklung der aus Amerika stammenden Stangebohnen und werden bei uns erst ab dem 16. Jahrhundert verwendet. Buschbohnen sind frostempfindlich und dürfen erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) angebaut werden. Eine relativ kurze Entwicklungszeit und frühe Erntezeit 2 Monate nach Aussaat machen es möglich, sie bis in den Juli hinein auszusäen. Buschbohnen werden in Reihen mit Abständen von 40-50 cm gesät. Die Aussaat in der Reihe erfolgt in der sogenannten Horstsaat (in einen Abstand von 30-40 cm jeweils 6-8 Samenkörner). Es gibt viele verschiedene Buchbohnen-Sorten. Neben den klassischen grünen Bohnen, den Fisolen, gibt es gelbe Fisolen und Auskernbohnen, von denen nur die Kerne verwendet werden.

2. Stangenbohnen: Wesentlich höher wachsen die Stangenbohnen. Wie der Name schon sagt, benötigen Sie Stangen oder auch ein anderes Klettergerüst, um empor zu ranken. Die Reihen der Stangenbohnen müssen einen Abstand von 80-100 cm haben. Zu jeder Stange werden etwa 4-6 Bohnenkörner gelegt. Nach 8-10 Wochen kann man bereits mit der ersten Ernte rechnen. Bohnen werden nicht alle auf einmal geerntet, sie blühen beständig und reifen immer wieder aufs Neue nach. Auch die Stangenbohnen bestechen mit einer Vielzahl an verschiedenen Sorten. Es gibt grüne und gelbe Fisolen, Speckbohnen, die mit schon größeren Kernen und Hülsen verzehrt werden und verschiedene Trockenbohnen wie Borlotti-Bohnen oder Wachtelbohnen.

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3. Feuerbohnen: Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Feuerbohnen. Ihr Name kommt von der feuerroten Blüte. Feuerbohnen kommen auch mit kühleren Temperaturen zurecht und werden bereits ab Mitte April angebaut. Eine typische Sorte ist die steirische Käferbohne. In Mischkultur harmonieren die Feuerbohnen ideal mit Mais. Der Mais dient den Bohnen gleichzeitig als Klettergerüst. Die Ernte der Käferbohnen erfolgt im Herbst, wenn die Hülsen bereits abgetrocknet sind.

Tipp von der Bio-Gärtnerin:

Ein Schmuckstück für den Garten ist ein Bohnentippi. Aus Bambusstäben oder Holzpflöcken lässt sich ein Zelt bauen an dem Feuerbohnen rasch hinauf klettern. Das Zelt selbst ist ein Versteck und Sommerplätzchen für Kinder, die hier einen kleinen Rückzugs-Ort finden.

Fotocredit (3x): istockphoto.com

Über Bio-BloggerIn Doris21 Artikel

Bio-Gärtnerin aus Berufung Die Liebe zur Natur begleitet mich mein Leben lang. Schon als Kind freute ich mich auf die gemeinsamen Spaziergänge mit den Eltern in die nahe gelegenen Donauauen. Und in einem kleinen Beet in unserem Garten versuchte ich mich im ersten Anbau von Erbsen und Karotten. Was lag also näher, als ein Studium an der Universität für Bodenkultur zu wählen. [...]

Kommentare (2)

Punzenberger Erich sagt

Bio Prudukte sind sehr gesund und Teuer

Ulli Cecerle-Uitz/Ja! Natürlich sagt

Lieber Erich Punzenberger.

Warum ist Bio teurer?
Bio-Produkte durchlaufen einen langen Weg – von der Suche nach geeigneten Aufbringern bzw. Bio-Bauern bis zum Einkaufsregal. Für alle unsere Lieferanten gelten einerseits strenge Kriterien der Bio-Verordnung, andererseits zusätzlich unsere eigenen Richtlinien (die oft über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen). Biologische Landwirtschaft arbeitet sowohl im Anbau von Obst und Gemüse als auch in der artgemäßen Tierhaltung weitaus aufwendiger als konventionelle:
1. Bio verbietet chemisch-synthetische Spritzmittel und künstliche Dünger. Das bedeutet, dass die Bio-Bauern vorbeugende Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung anwenden und viel arbeitsintensive Handarbeit zur Pflege der Äcker, Felder und Kulturen investieren müssen.
2. Der sorgsame Umgang mit Boden und Lebewesen, die im ökologischen System leben, unterstützt die Artenvielfalt und den natürlichen Kreislauf, der nur in einem sensiblen Gleichgewicht funktioniert. So werden Kultur- und Landschaftsräume gepflegt und vor allem erhalten.
3. Bio ist artgemäße Tierhaltung. Ausreichend Auslauf, frische Luft, Sozialkontakt, keine vorbeugenden Antibiotika und hochwertiges Bio-Futter sind die Bedingungen, die Ja! Natürlich im Laufe der Jahre zusätzlich zu den gesetzlichen Regelungen immer weiter optimiert hat.
4. Tiere dürfen in der Regel langsamer wachsen – hier werden in Bio entsprechende Rassen und Kreuzungen bevorzugt. Und Obst und Gemüse haben mehr Zeit zu reifen. Bessere Bio-Fleischqualität und höherer Nährstoffgehalt sowie intensiverer Geschmack bei pflanzlichen Bio-Produkten sind die erfreuliche Folge.
All diese Komponenten sind der nachvollziehbare Grund dafür, dass Bio-Produkte teurer sind als konventionelle. Hochwertige Qualität hat ihren Preis. Wichtig wäre ein grundsätzliches Umdenken, in dem wir uns alle von den Schleuderpreisen von beispielsweise Fleischprodukten verabschieden.

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