Beschlossen seit 25 Jahren: Ja! heißt NEIN zu Glyphosat

Weiterlesen

Alle sprechen derzeit von Glyphosat, einem Pestizid, das trotz vehementer Warnungen von WHO und anderen Institutionen von der EU-Kommission neu zugelassen wurde. Selten gab es so viel und so laute Kritik an sog. Pflanzen“schutz“mitteln (sind es nicht eigentlich Pflanzengifte?) wie im Fall von Glyphosat. Es ist aber nur eines von zahlreichen chemisch-synthetischen Spritz- und Düngemitteln, welche in der modernen konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden. Wir haben mehr Gründe, als „nur“ die potentielle gesundheitliche Gefahr für Bauern und KonsumentInnen, warum wir diese Gifte strikt ablehnen. Du hast übrigens bei Einkauf die Wahl: In der Bio-Landwirtschaft waren Glyphosat & Co immer schon verboten. Dieses Verbot wird auch mindestens ein Mal jährlich streng von unabhängigen Stellen kontrolliert. Und auch für den eigenen Garten gibt es Alternativen! 

Wie gefährlich sind Pestizide wirklich?

Grundsätzlich unterliegen Spritzmittel einem Zulassungsprozess, bevor sie eingesetzt werden dürfen. Allerdings gibt es zahlreiche Kritikpunkte und offene Fragen rund um diese Untersuchungen. Unter anderem stehen sie immer wieder in der Kritik, zu stark von Interessen der Hersteller diverser Chemikalien beeinflusst zu sein. Es werden immer nur einzelne Wirkstoffe untersucht, nicht, wie verschiedene Wirkstoffe zusammen wirken. Und das, obwohl wir alle jeden Tag unterschiedlichen Wirkstoffen ausgesetzt sind und die Wissenschaft heute von Kombinationseffekten ausgeht. Außerdem sind die gesundheitlichen Folgen für Bauern und KonsumentInnen nur eines der Probleme. Die langfristigen Auswirkungen von massiven Eingriffen ins Ökosystem Boden sind fatal und werden zu wenig berücksichtigt.

Glyphosat ist ein Totalherbizid –  es tötet alles ab

Mindestens so bedenklich und vergleichsweise wenig thematisiert sind die Auswirkungen auf das Ökosystem als Ganzes, auf Pflanzen und Tiere. Glyphosat beispielsweise ist ein sogenanntes Totalherbizid, es tötet jede nicht gentechnisch veränderte Pflanze auf dem gespritzten Feld ab, ebenso natürliche Bodenbakterien und schädigt wichtige Bodenbewohner wie Regenwürmer. Damit gehen auch wichtige Funktionen eines gesunden Bodens verloren und ein Bauer braucht wiederum mehr künstliche Hilfsmittel, um etwas von diesem Boden zu ernten. Und auch wenn wir ein Glyphosat-Verbot begrüßen, reicht das Verbot eines einzelnen Wirkstoffs nicht als Lösung. Bio-Bauern zeigen längst vor, dass es anders funktioniert.

Der Boden ist unsere Lebensgrundlage. Ohne gesunden Boden gibt es keine gesunden Lebensmittel.

Warum wir die biologische Vielfalt erhalten müssen

Die biologische Vielfalt nimmt durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Spritz- und Düngemitteln ab. Sie sind mitverantwortlich für das weltweit zu beobachtende Artensterben von Pflanzen, Tieren und Bakterien. Das bleibt nicht ohne Folgen, auch wenn man sie kurzfristig nicht immer gleich erkennt. Im natürlichen Ökosystem hat jedes Lebewesen seine Rolle. Die Bio-Landwirtschaft fördert und nutzt die Vielfalt von Pflanzen und Bodenbewohnern, um ohne chemisch-synthetische Mittel natürliche, hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. Das Töten von Pflanzen bedeutet oft auch eine Bedrohung für Tiere, die mit den Pflanzen ihren Lebensraum verlieren: Bienen, Schmetterlinge, Regenwürmer und Co. sind massiv gefährdet. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Lebensqualität für künftige Generationen nachhaltig abzusichern und sind überzeugt, dass die Bio-Landwirtschaft der richtige Weg ist.

 

Der Schlüssel zu hoher Bodenfruchtbarkeit und folglich zu hohen Erträgen ist, möglichst viele Lebewesen im Boden zu haben, Mikroorganismen, Bodentiere, Pilze, Bakterien. Das Problem bei vielen Pestiziden ist, dass sie Leben im Boden hemmen.

H. Pennwieser, Bauer aus OÖ (Quelle: OÖNachrichten, 1.7.2019)

Wie schaffen es Bio-Bauern ohne Glyphosat & Co.?

 

Bio-Landwirtschaft_1 Bio-Landwirtschaft_1

So sorgst du im eigenen Garten für #bioboden:

Glyphosat und andere chemisch-synthetische Spritz- und Düngemittel werden leider oft auch von Hobbygärtnern eingesetzt. Die Tatsache, dass sie in jedem Baumarkt erhältlich sind, lässt sie harmloser erscheinen, als sie sind. Aber was unsere Bio-Bauern mit biologischen Richtlinien am Acker im Großen schaffen, können alle Bio-Gartler im kleinen Rahmen ebenso leben und umsetzen:

Biologischer Pflanzenschutz im Garten

  • Nützlinge fördern! Im Garten gibt es eine Vielzahl an Helferleins, die Schädlingen den Garaus macht. Florfliegen und Marienkäfer fressen Blattläuse, Raubmilben vertilgen die Spinnmilben und der Igel hat Schnecken auf seinem Speiseplan. Mit Nützlingshäusern, einem Laubhaufen im Herbst für den Igel und einem nicht zu „aufgeräumten“ Garten finden die Nützlinge auch im Winter Unterschlupf und sorgen ganz natürlich dafür, dass kein Schädling Überhand bekommt.
  • Bunte Mischkultur im Gemüsebeet. Viele Pflanzen helfen sich durch Duftstoffe und Wurzelausscheidungen gegenseitig. Was sich gut verträgt und gegenseitig nützt, steht HIER!
  • Knoblauch als Wundermittel. In der Mischkultur vertreibt er durch seinen strengen Geruch Blattläuse. Als Tee wirkt er hervorragend gegen Mehltau. Einfach 50 g Knoblauch (mit Schale) mit einem Liter heißem Wasser aufgießen, 20 min ziehen lassen, abkühlen und dann die Blätter besprühen.

 

  • Brühe aus Ackerschachtelhalm. Wirkt gut gegen Pilzerkrankungen! Die Wirkung des Ackerschachtelhalms ist übrigens mittlerweile auch wissenschaftlich erforscht. Die in der Brühe gelösten Silikate verstärken die Zellwände der Pflanzen, Pilze können damit schlechter in die Zellen eindringen. Ackerschachtelhalm-Brühe sollte vorbeugend 14-tägig gesprüht werden, bei Befall mit Pilzen wöchentlich.
  • Brennesseljauche. Entgegen der allgemeinen Meinung wirkt sie nicht gegen Läuse. Sie stärkt und düngt das Gemüse aber allgemein und erhöht so die Widerstandfähigkeit gegen verschiedene Pflanzenkrankheiten.
  • Leimringe gegen Blattläuse. Läuse auf (Obst)bäumen können relativ einfach beseitigt werden: Ein Leimring um den Stamm gewickelt hält die Ameisen von der Baumkrone fern. Ameisen schützen mit ihrer Ameisensäure nämlich die Läuse, damit erhalten sie den für sie wertvollen Honigtau der Läuse für Ihre Brut. Ohne schützende Ameisen werden die Blattläuse rasch von verschiedenen Nützlingen verspeist.

 

Warum sind Bio-Lebensmittel teurer?

Der Verzicht auf chemisch-synthetische Spritz- und Düngemittel ist ein wesentlicher Grund, warum Bio-Lebensmittel teurer sind. Denn die Arbeit mit natürlichen Mitteln ist aufwendiger und teurer, außerdem können nicht so hohe Erträge erzielt werden wie mit diversen Chemikalien. Wer sich für Bio-Lebensmittel entscheidet, unterstützt damit eine nachhaltige Landwirtschaft, welche gesunde Lebensmittel produziert, Artenvielfalt und gesunde Böden erhält.

Bild und Video Spargel: friendship.is/Ian Ehm

Über Bio-BloggerIn Ja! Natürlich.28 Artikel

1994 – vor mehr als 20 Jahren – begann die Erfolgsgeschichte von Österreichs größter Bio-Marke. Heute bietet Ja! Natürlich in Zusammenarbeit mit über 7.000 Bauern rund 1.100 vorwiegend regionale, 100% palmölfreie Bioprodukte an. Zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt setzt sich der österreichische Bio-Pionier selbst höhere Qualitätsstandards als sie vom Gesetz vorgeschrieben [...]

Kommentare (1)

Stef Topac sagt

Menschen vergiften ist die größte sünde,das beobachte ich seit 30 Jahren viele kommen in Krankenhäuser wegen nahrungsvergiftung,keiner ist blöd auf dieser Erde und daher die Mafiosi die so was erlaubt haben bekommen 100,/' Gottes Strafe,

Kommentar verfassen

Absenden

* erforderlich (E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht)