Kompost: Wertvolle Nahrung aus dem Garten für den Garten

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Bei der Kompostierung geschieht regelrecht ein Wunder der Natur. Aus vermeintlichen Abfällen und Überschüssen entsteht mit Hilfe von kleinen und kleinsten Tierchen die Grundlage für neues Leben. Fachleute nennen den Kompost auch liebvoll „Bauch des Gartens“: er verdaut und ernährt gleichermaßen. Und über kein anderes Thema werden so viele Fragen gestellt wie über die Kompostierung. Was darf auf den Kompost und was nicht? Muss man den Kompost wenden? Kann man auch am Balkon kompostieren? Warum stinkt der Kompost? Hier einige Antworten.

Der Kompost braucht einen fixen Platz im Garten. Schattig, neben einem Hollerbusch oder Haselstrauch. Eine fixe „Umrahmung“ ist nicht notwendig – höchstens aus optischen Gründen. Im großen Garten kann der Kompost auch als „Miete“ angelegt werden. Das ist ein ca. 1,20 m breiter und beliebig langer Hügel. Wer noch Platz hat, sollte auch eine zweite Fläche als Sammelplatz bereithalten. Hier können Strauchschnitt, Gras vom Rasenmähen, Unkräuter und Küchenabfälle – am besten getrennt – gesammelt werden. Ein oder zweimal im Jahr, wird der Kompost dann richtig aufgesetzt. So erreicht man die richtige Mischung, eine gute Verrottung und vermeidet, dass der Kompost stinkt.

Wichtig: Grobes, feines, trockenes und feuchtes Material müssen gut gemischt auf den Kompost gegeben werden!

Der Kompost – richtig aufgesetzt

  1. Zuerst wird eine kleine Grube (ca. 10-15 cm Tiefe) ausgehoben, die Erde wird für später auf die Seite gelegt. In die Grube kommt ein Wühlmausgitter, um ungebetene Gäste zu vermeiden. Danach die Grube mit ein paar groben Zweigen und Ästen auffüllen – diese sorgen dafür, dass der Kompost auch von unten genug Luft bekommt.
  2. Und los geht’s: Immer abwechselnd Küchenabfälle, Häckselgut, Laub, Rasenschnitt, kleine Zweige und Gartenabfälle aufschichten. Die feuchten Komponenten (Küchenabfälle, Laub, Grasschnitt) sollen nie zu dick sein, sonst kommt es zu Fäulnis!
  3. In diese Schichten die vorher ausgehobene Erde untermischen, ebenso alter Kompost. Zudem über jede Lage eine Handvoll Urgesteinsmehl streuen. Das bindet die Feuchtigkeit, vermeidet unangenehme Gerüche und reichert den Kompost mit Spurenelementen an.
  4. Zum Schluss den Kompost mit einer Schicht aus Erde, Gras oder Stroh abdecken.
  5. Unbemerkt passieren nun die verschiedenen Phasen der Rotte. Durch Erhitzung, Bodentierchen und Kompostwürmer wird die aufgesetzte organische Substanz zerlegt, Krankheitskeime werden abgetötet und wertvolle Humuserde wird aufgebaut.
  6. Um die Kompostierung zu beschleunigen, nach ca. 5-6 Monaten den Kompost einmal wenden. Nach weiteren 3-4 Monaten sollte er dann fertig sein. Wer keinen Platz zum Wenden hat, muss sich ca. 2 Monate länger gedulden, bis der Kompost fertig ist.

Wie man den fertigen Kompost erkennt

„Richtiger“ Kompost riecht angenehm nach Waldboden, hat eine feinkrümelige, erdige Struktur und die Kompostwürmer haben sich wieder zurückgezogen.

Was nicht auf den Kompost darf

Samen tragende Unkräuter, Wurzelunkräuter wie Ackerwinde oder Quecke, kranke Pflanzenteile (z.B. Blätter mit Mehltau oder Braunfäule), gekochte und gesalzene Speisereste, Fleisch und Fisch, gespritzte Lebensmittel und große Mengen an Nadelholz oder Thujenschnitt.

Der Kompost in der Stadt

Auch am Balkon können passionierte Urbangardener aus Küchenabfällen wertvollen Dünger selbst herstellen. Ein etwas größeres Gefäß (ca. 30-40 cm Tiefe) wird mit ca. 10 cm guter Erde und einer Handvoll spezieller Kompostwürmer (kann man bei Wurmfarmen bestellen) gefüllt. Darauf können nun Küchenabfälle gegeben werden, die von den Kompostwürmern als Nahrung verwendet und gleichzeitig in Kompost umgewandelt werden. Die Kompostkiste sollte immer feucht aber nie zu nass sein. Die Kiste muss abgedeckt werden, da die Würmer lichtempfindlich sind. Im Winter muss die Kompostkiste in einen kühlen, aber frostfreien Raum gebracht werden.

Garten-Tipp

Bio-Gartenexpertin Doris Kampas rät: Kompost bei der Anwendung nie untergegraben, sondern nur leicht eingeharken! Gemüsebeete jährlich mit ca. 6 Liter Kompost pro m² aufbessern, Rosen, Beeren und Obstbäume mit ca. 1-2 cm Kompost pro Jahr anhäufeln.

Über Bio-BloggerIn Ulli146 Artikel

Bio-Bloggerin mit Herzblut. Die schönen Dinge des Lebens (Natur, Garten, Essen, Texten, Fotografieren) standen schon seit jeher auf meiner Lebensagenda. Wie schön, bei Ja! Natürlich gelandet zu sein, wo ich all die Bereiche, denen meine Leidenschaft gehört, umsetzen kann. Eine vielseitig spannende und interessante Herausforderung, die mir tagtäglich Einblicke in die anspruchsvolle [...]

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