INTERVIEW mit Erwin Binder: Bio-Kräuter aus der Nationalparkregion Neusiedler See-Seewinkel

Weiterlesen

Erwin Binders Herz schlägt für Bio-Gemüse und Artenvielfalt. Von Radieschen, Minigurken, Kürbis, Physalis und Salat bis zu Paradeiser-Raritäten, Paprika, Kohlrabi oder Wildkräutern – allesamt Sorten, die er in feiner Bio-Qualität für Ja! Natürlich anbaut. Also ohne chemisch-synthetische Spritzmittel und ohne künstliche Dünger. Und die herrlich duftende Palette an frischen Kräutern ist eine von Herrn Binders Leidenschaften, an der ihn die Vielfalt von Düften, Geschmäckern und Aussehen besonders fasziniert: Ananassalbei, Basilikum, Currykraut, Schnittlauch, Estragon, Orgegano, Rosmarin, Majoran, Petersilie, Thymian und viele Kräuter mehr. Genau so vielschichtig und abwechslungsreich sind dabei aber auch die Herausforderungen, was ihre Kultivierung betrifft. Seit mittlerweile 15 Jahren liefert Herr Binder Kräuter an Ja! Natürlich. Damit war er der erste Bio-Topfkräuter-Anbieter, der flächendeckend für Österreichs Supermärkte anbaute.

Ja! Natürlich:

Sowohl heimische Kräuter als auch aus ursprünglich fernen Ländern finden wir im Sortiment. Ist es schwierig für alle Sorten die optimalen Bedingungen zu schaffen?

Erwin Binder: Wir haben mehrere Abteilungen mit verschiedenen Klimazonen, um jeweils optimale Bedingungen zu schaffen.

Ja! Natürlich:

Kräuter lieben es warm. Der Großteil der Kräuter wächst im Glashaus, nur so können sie in unseren Breitengraden gedeihen. Im Bio-Landbau dürfen Glashäuser nicht mit Öl und Gas beheizt werden. Welche Alternative wenden Sie an?

Erwin Binder: Beheizt wird mit Hackschnitzeln (Holz), die Glashäuser sind außerdem mit doppelten Energieschirmen ausgestattet, um Energie zu sparen.

Ja! Natürlich:

Wie viel Zeit vergeht von der Aussaat vom Korn bis hin zum fertigen Verkaufsprodukt?

Erwin Binder: Das ist von Kraut zu Kraut sehr unterschiedlich. Basilikum wird bei uns der Nachfrage entsprechend beispielsweise 2x die Woche gesät und hat im Winter eine Kulturzeit von 8-10 Wochen, im Sommer braucht das Basilikum nur ca. 4 Wochen zum Gedeihen. Rosmarin hingegen wird  über einen Zeitraum von 8-10 Monaten kultiviert, bis es zur Auslieferung kommt.

Seewinkel-bio-kraeuter-bio-bauern_11 Seewinkel-bio-kraeuter-bio-bauern_11

Ja! Natürlich:

Ihre Kräuter begeistern durch den intensiven Duft. Wie kommt das Aroma in die Pflanze?

Erwin Binder: Das Aroma hat mehrere Ursachen. Neben den Anbau- und Aufzuchtbedingungen spielt die entsprechende Sortenwahl eine große Rolle.

Ja! Natürlich:

Wie sieht der Pflege-Kreislauf bei Ihren Kräutern aus?

Erwin Binder: Die Kräuter müssen täglich auf Schädlinge und Wasserbedarf kontrolliert und entsprechend versorgt werden. Ein gut abgestimmtes Wasserangebot ist besonders entscheidend für das Wohlergehen der Pflanzen. Kräuter sind wie kleine Kinder, um die man sich ständig kümmern muss…!

Ja! Natürlich:

Können Sie uns ein paar Pflege-Tipps für die beliebtesten Kräuter für Zuhause geben?

Erwin Binder: Basilikum nie zu viel auf einmal gießen, lieber öfter, kann ruhig leicht welk werden vor dem nächsten Gießen. Basilikum liebt Wärme, kann aber – etwas abgehärtet – bis 8° im Freien stehen. Schnittlauch und Petersilie nach der Ernte am besten in den  Garten oder auf den Balkon/die Fensterbank umpflanzen und gut bewässern, Im Winter abdecken.
Bei wenig Licht sollte wenig bewässert werden und die Temperatur entsprechend niedriger sein.

Ja! Natürlich:

Besonderer Beliebtheit erfreut sich zurzeit die Minze. Sie verleiht Hugo & Co. das gewisse Etwas. Welche Sorte haben sie bei der Minze ausgewählt?

Erwin Binder: Wir kultivieren die Marokkanische Minze, weil sie einen sehr intensiven und angenehmen Geschmack hat.

Seewinkel-bio-kraeuter-bio-bauern_10 Seewinkel-bio-kraeuter-bio-bauern_10

Ja! Natürlich:

Gibt es Schädlinge oder Pflanzen-Krankheiten, die den Kräutern schaden? Wie wird dem entgegengewirkt, wo der Einsatz von chemisch-synthetischen Spritzmitteln im Bio-Landbau strengstens verboten ist?

Erwin Binder: Es stehen Pflanzenstärkungsmittel in Form von Pflanzenauszügen, Molke und Algenpräparaten zur Verfügung. Gegen Schädlinge kommen Nützlinge zum Einsatz: etwa Florfliegen bei Läusebefall etc.

Ja! Natürlich:

Bedeutet „Bio“ großen Mehraufwand bei der Aufzucht von Kräutern?

Erwin Binder: Natürlich ist es ein Mehraufwand, man hat in der Produktion keine „Wundermittel“ zur Verfügung. Das erfordert einen entsprechend hohen Arbeitseinsatz, aber damit können wir mittlerweile gut umgehen.

Ja! Natürlich:

Herr Binder, wir danken für das Gespräch.

Über Bio-BloggerIn Ulli73 Artikel

Bio-Bloggerin mit Herzblut. Die schönen Dinge des Lebens (Natur, Garten, Essen, Texten, Fotografieren) standen schon seit jeher auf meiner Lebensagenda. Wie schön, bei Ja! Natürlich gelandet zu sein, wo ich all die Bereiche, denen meine Leidenschaft gehört, umsetzen kann. Eine vielseitig spannende und interessante Herausforderung, die mir tagtäglich Einblicke in die anspruchsvolle [...]

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Kommentar verfassen

Absenden

* erforderlich (E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht)