Marchfelder Spargel von Bio-Bauern Brandenstein

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Wenn Kastanien, Rapsfelder und Flieder blühen, ist es meistens auch Zeit für die Ernte des Königgemüses – des weißen Marchfelder Spargels. Zu Besuch bei Bio-Bauern Markus Brandenstein am historischen Gutshof bei Marchegg und auf den umliegenden Spargelfeldern mit ihren endlosen folienbedeckten Erddämmen, erfahren wir alles über Kultivierung, Unterschiede zwischen Bio und konventionellen Anbau und – die hohe Kunst des Spargel-Stechens.

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Wenn es um Bio geht, gibt er sich beinahe kämpferisch: „Die Menschen haben das Recht auf unbelastet Lebensmittel!“ Markus Brandenstein weiß, wovon er spricht. Schließlich ist er Bio-Bauer seit 1990 und liefert sein Königsgemüse – wie er es gerne nennt – an Ja! Natürlich seit Gründung vor 20 Jahren. Eine gelungene langfristige Partnerschaft, so wie es viele gibt in den Kooperationen zwischen der Bio-Marke und der biologischen Landwirtschaft.

Das historische Gut Markhof liegt in einem der fruchtbarsten Gebiete Österreichs, dem Marchfeld. Das warme pannonische Klima eignet sich seit je her besonders gut für den Feingemüseanbau – vor allem für die Kultivierung des Spargels. Die Felder der Brandensteins werden übrigens von alten Kiefernwäldern gesäumt, die schon von Kaiserin Maria Theresia gepflanzt wurden.

Spargelanbau ist ganz besonders arbeitsintensiv – noch mehr Aufwand allerdings hat der Bio-Spargelbauer. Von der 3jährigen Vorbereitung am Feld, dem Bau der Dämme bis zum Stechen, der Reinigung und dem Fertigen für den Verkauf sind viele Schritte in Handarbeit notwendig, bis die edlen weißen Stangen von Ende April bis Mitte Juni angeboten werden. Zudem verzichtet Markus Brandenstein für seinen Bioanbau auf chemisch-synthetische Spritzmittel und künstliche Dünger: „Wir müssen mehr mit der Natur leben!“ lautet schließlich sein Credo. Aus Beobachtungen lernen und auch Misserfolge einstecken, weniger dichte Bepflanzung (damit sich der gefürchtet Spargelrost nicht ausbreiten kann) und weniger Ertrag in Kauf nehmen. Eine genau abgestimmte Fruchtfolge hält die Böden gesund. Das sind die Rahmenbedingungen in Bio zugunsten von Mensch, Tier und Umwelt.

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Erst nach 2 Jahren nach dem Pflanzen der Spargel-Setzlinge kann eine Ernte eingeplant werden. Während der Zeit lässt man die Spargelpflanzen Nährstoffe und Kräfte sammeln. Der oberirdische Pflanzenteil stirbt im Herbst ab. Der im Boden bleibende Spargelstock treibt im Frühjahr wieder aus. Während der Vegetationszeit bedarf es einer intensiven Pflege der Kultur. Dann bauen Markus Brandenstein und seine Feldarbeiter Dämme, damit die Stangen erdbedeckt in die Länge wachsen können und weiß bleiben („Bleichspargel“!). Über die Dämme werden Folien gelegt: Die weiße Seite reflektiert die Sonne, die schwarze hingegen wärmt die Pflanzen. So ist eine Regulierung möglich, die zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen entgegenwirkt.

Am Gutshof werden dann die erdigen Stangen frisch nach dem Stechen mit Wasser gewaschen und abgekühlt, damit sie bei höheren Temperaturen nicht „weiterwachsen“. Danach kommt der Spargel auf ein Fließband, wird nach Länge und Dicke sortiert, danach sorgfältig geputzt, gebündelt und verpackt. In der Früh gestochen, am Vormittag bei Billa und Merkur im der Gemüseabteilung und am Abend in Butter und Brösel geschwenkt auf meinem Teller, zart und köstlich und sooo gesund – dem  Prädikat „Königsgemüse“ allemal würdig!

Hier übrigens einige feine Spargel-Rezepte, die unser kulinarisches Herz höher schlagen lassen: Spargel-Panna-Cotta, Butter-Brösel-Spargel… Lasst ihn Euch schmecken – jetzt, wo Ihr wisst, wie er wächst, vielleicht doppelt so gut?! 😉

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Genuss-Tipp

Woran ist beste Spargel-Qualität zu erkennen? 1) Schnittstellen sind feucht und glänzend. 2) Köpfe sind geschlossen. 3) Stangen lassen sich nicht verbiegen. 4) Geruchsprobe: Kein säuerlicher Duft. 5) Stangen quietschen beim Aneinanderreiben.

Über Bio-BloggerIn Ulli132 Artikel

Bio-Bloggerin mit Herzblut. Die schönen Dinge des Lebens (Natur, Garten, Essen, Texten, Fotografieren) standen schon seit jeher auf meiner Lebensagenda. Wie schön, bei Ja! Natürlich gelandet zu sein, wo ich all die Bereiche, denen meine Leidenschaft gehört, umsetzen kann. Eine vielseitig spannende und interessante Herausforderung, die mir tagtäglich Einblicke in die anspruchsvolle [...]

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