Mischkulturen: Pflanzenmix hält den Garten gesund!

Weiterlesen

Besonders früher war es in heimischen Gärten üblich, ein vorbereitetes Beet für nur eine Pflanzenart zu reservieren. So gab es das Paradeiserbeet neben den Gurken und anschließend fand sich das Karottenbeet… Allerdings bringt diese Art des Anbaus einige Probleme mit sich. So finden z.B. Schädlinge viel leichter den Weg zu ihrer Lieblingspflanze und mit der Zeit wird der Boden müde. Die Nährstoffe des Bodens werden aufgebraucht und auch das Bodenleben wird einseitig. Im großen Stil angewandt führt diese Form der „Monokultur“ in der konventionellen Landwirtschaft übrigens zu großen Problemen. Bio hingegen macht’s anders!

Die Lösung – sowohl für Hobbygärtner als auch Bio-Bauern – heißt Mischkultur: Verschiedene Gemüse- und Kräuterarten werden in einem Beet vermischt, um sich gegenseitig positiv zu beeinflussen. Im großen Garten ebenso anwendbar wie im kleinen Trog auf der Terrasse. Oft reicht es schon, 2 Pflanzen zusammen zu setzen, um z. B. Blattläuse fern zu halten oder das Aroma von Gemüse zu verbessern!

So werden Garten, Pflanzen und Boden natürlich gesund gehalten:

1. Beispiel: Paradeiser & Salat

Die Wurzeln von Paradeisern wachsen sehr tief in den Boden und können sich die Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten holen. Der Salat ist hingegen ein sogenannter Flachwurzler. Es kommt damit zu keiner Konkurrenz der Pflanzen – die Mineralstoffe und Spurenelemente, die der Salat nicht verbrauchen kann, werden von den Paradeisern noch aufgenommen. Damit wird die Auswaschung von Nährstoffen verhindert.

2. Beispiel: Buschbohnen & Gurken

Gurken brauchen viele Nährstoffe, sie sind „Starkzehrer“. Buschbohnen oder Fisolen haben hingegen einen besonderen Trick auf Lager: in Symbiose mit Knöllchenbakterien im Boden können sie aus der Luft den Stickstoff filtern und im Boden speichern. Dieser wird den Gurken gleich zur Verfügung gestellt.

3. Beispiel: Spinat & Kraut

Die Wurzeln des Spinats scheiden Saponin aus, ein seifenartiger Schleimstoff. Dieser kann vom Kraut aufgenommen werden und fördert es in Wachstum und Gesundheit. Bei der Spinaternte sollten die Wurzeln übrigens immer im Boden bleiben – der Boden wir damit verbessert!

4. Beispiel: Kirschbaum & Kapuzinerkresse

Kirschbäume werden gerne von Blattläusen befallen. Kapuzinerkresse um den Baum gepflanzt, zieht die Läuse an und hält sie somit vom Kirschbaum fern.

5. Beispiel: Karotten & Dille

Karottensamen brauchen ca. 4 Wochen, um zu keimen. Dillesamen in die Karottenreihe gestreut, markieren die Pflanzreihen und beschleunigen zudem die Keimung der Karottensamen.

6. Beispiel: Basilikum & Zucchini

Basilikum lockt durch seinen aromatischen Geruch Insekten an, diese bestäuben die gelben Zucchiniblüten. Zucchini sind anfällig gegen Mehltau, Basilikum schützt wiederum die Zucchini davor bzw. reduziert den Mehltaubefall!

7. Beispiel: Erdäpfel & Kümmel

Kümmel stärkt das Wachstum und die Gesundheit der Erdäpfel und verbessert deren Aroma.

8. Beispiel: Karotten & Zwiebel

Die wohl bekannteste Mischkultur ist schon ein Klassiker: Die Karotten halten die Zwiebelfliege von den Zwiebeln fern, die Zwiebeln bedanken sich, indem sie die Möhrenfliegen von den Karotten vertreiben.

Achtung! Mischen verboten!

Es gibt auch wenige Pflanzenkombinationen, die negativ aufeinander wirken: Petersilie oder Kresse in der Salatreihe bringen den Salat zum vorzeitigen Blühen (Schießen) und der Salat bildet keine Köpfe. Und Kamille bringt einen Blumenstrauß schneller zum Welken.

Fotocredits: istockphoto.com

Garten-Tipp

Bio-Gartenexpertin Doris Kampas rät: Eine Faustregel für das Mischkulturbeet – Gemüsearten aus der gleichen Pflanzenfamilie sollen nie zusammengepflanzt werden! Sie sind genetisch sehr ähnlich, deshalb übertragen sie leichter Krankheiten und laugen den Boden einseitig aus.

Über Bio-BloggerIn Ja! Natürlich.31 Artikel

1994 – vor mehr als 20 Jahren – begann die Erfolgsgeschichte von Österreichs größter Bio-Marke. Heute bietet Ja! Natürlich in Zusammenarbeit mit über 7.000 Bauern rund 1.100 vorwiegend regionale, 100% palmölfreie Bioprodukte an. Zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt setzt sich der österreichische Bio-Pionier selbst höhere Qualitätsstandards als sie vom Gesetz vorgeschrieben [...]

Kommentare (1)

Kommentar verfassen

Absenden

* erforderlich (E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht)