Mulchen & Düngen: Bio-Nahrung fürs Gemüsebeet

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Pflanzen haben Hunger – genauso wie Mensch und Tier. Um zu wachsen und gesund zu bleiben, benötigen sie einen Mix aus Mineralstoffen und Spurenelementen. Das in der richtigen Kombination. Und die nötige „Nahrung“ muss ganz in der Nähe sein – zumindest, soweit die Wurzeln reichen. Was wir als Bio-Gärtnerinnen und -Gärtner den Pflanzen im Beet oder im Topf Gutes tun können, damit sie wiederum uns erfreuen, ist hier zusammengefasst.

Der Chemiker Justus von Liebig entdeckte im 19. Jahrhundert, dass Pflanzen bestimmte Mineralstoffe wie z.B. Stickstoff, Phosphor und Kalium zum Gedeihen benötigen: Die Geburtststunde der mineralischen Dünger. Fluch und Segen. Denn die Pflanzen werden zwar direkt „gefüttert“, sensible Zusammenhänge im Boden aber keineswegs berücksichtigt. Denn mineralische, sprich künstliche Düngung – oft kombiniert mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln – zerstört viele Mechanismen und lässt die Böden verarmen. Für den Bio-Gärtner ist künstliche Düngung also keine Lösung!

Die Alternative: Biologische Düngung

Kompost.

In keinem Garten sollte ein Kompostplatz fehlen! Kompost ist nichts anderes als durch viele Bodentiere zerkleinerte und vererdete organische Substanz aus Küchenabfällen, Gras uam. Darin sind viele Nährstoffe enthalten, die sich die Gemüsepflanzen nach Bedarf holen können.

Pflanzenreste.

Gejätetes Unkraut, „ausgegeizte“ Blätter von Tomaten, Wurzelreste von geernteten Pflanzen kann man einfach am Boden liegen lassen. Diese werden von Regenwürmern in den Boden gezogen und bilden mit der Zeit eine dicke Humusschicht im Gemüsegarten.

Gründüngung.

Bestimmte Pflanzen wie Klee, Luzerne oder Senf kann man bewusst als sogenannte Gründüngung anbauen. Sie müssen vor der Blüte abgemäht oder ausgerissen werden und dann am Boden liegen bleiben. Sie entnehmen der Luft den Stickstoff und bringen ihn dann in den Boden ein. Zudem bilden sie mit ihren Wurzeln lange Gänge. Diese Gänge helfen dem nächsten Gemüse, die Wurzeln weiter und tiefer in den Boden wachsen lassen zu können.

Mulchen.

Zusätzlich aufgebrachter Mulch lockert den Boden, schützt die Pflanzen vor Krankheiten und hält sogar Schädlinge fern. Wichtig ist jedoch die Auswahl des Mulchmaterials! Rindenmulch z.B. versauert den Boden und hemmt das Wachstum von Gemüse. Grasschnitt bietet wiederum den Schnecken Unterschlupf. Ideal sind z.B. Stroh, Elefantengras, Hanffasern, Brennnesseln.

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Selbstgemachte Jauchen und Brühen.

Eine Jauche aus Brennnesseln düngt das Gemüse nicht nur, sondern macht es auch widerstandfähiger gegen Krankheiten.

Organischer (Bio-)Dünger.

Vor allem Gemüse mit hohem Nährstoffbedarf (z.B. Gurken, Zucchini, Paradeiser, Paprika, Kraut usw.) müssen mit zusätzlicher Nahrung versorgt werden. Handelsübliche organische Dünger beinhalten u.a. Regenwurmhumus und bestimmte Bakterien, die den Pflanzen die Nährstoffe dann zur Verfügung stellen, wenn sie diese wirklich brauchen.

Garten-Tipp

Bio-Gartenexpertin Doris Kampas rät: Für Pflanzungen von Bäumen oder die Neuanlage eines Gemüsebeetes gibt es eine etwas ungewöhnliche, aber sehr wirksame Methode zur Düngung. Dazu gräbt man in den Garten einfach Löcher oder bestimmte Flächen ca. 20 cm tief ab. Die Löcher bzw. Flächen werden nun mit Resten aus Küche und Garten sukzessive angefüllt. Mit der Zeit entwickelt sich eine dicke Humusschicht – die darauf gesetzten Pflanzen gedeihen prächtig!

Über Bio-BloggerIn Ulli76 Artikel

Bio-Bloggerin mit Herzblut. Die schönen Dinge des Lebens (Natur, Garten, Essen, Texten, Fotografieren) standen schon seit jeher auf meiner Lebensagenda. Wie schön, bei Ja! Natürlich gelandet zu sein, wo ich all die Bereiche, denen meine Leidenschaft gehört, umsetzen kann. Eine vielseitig spannende und interessante Herausforderung, die mir tagtäglich Einblicke in die anspruchsvolle [...]

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