Endlich: Papier- statt Plastik-Pickerl auf Obst & Gemüse

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Auf dem herausfordernden Weg zu 100% Green Packaging bei Obst und Gemüse zählen auch vergleichsweise kleine Einsparungen. Endlich ist es uns gelungen, bei der Kennzeichnung von losem Bio-Obst und Gemüse die bisherigen Kunststoff-Pickerl durch Pickerl aus Papier zu ersetzen. Aber wozu braucht es überhaupt Pickerl auf Äpfeln, Bananen und Co.? Eine Frage, die uns oft gestellt wird. In diesem Artikel erklären wir euch, warum wir die Sticker manchmal brauchen, was du und die Umwelt davon haben und warum sinnvolle, nachhaltige Lösungen manchmal ein bisschen länger dauern. Und zum Schluss haben wir noch eine recht einfache Bitte an euch, wie ihr in dieser Angelegenheit die Umwelt schützen könnt.

Bei folgenden unverpackten Lebensmitteln sind die Papier-Pickerl bereits im Einsatz:

  • Ja! Natürlich Bio-Äpfeln Topaz
  • Ja! Natürlich Birnen
  • Ja! Natürlich Kürbisse
  • Ja! Natürlich Zucchini
  • Ja! Natürlich Granatäpfel
  • Ja! Natürlich Bananen

Das „Littering“-Problem: Pickerl landen allzu oft in der Umwelt

Mit dieser Umstellung werden zwar keine besonders großen Mengen an Kunststoff eingespart, jedoch sind kleine Pickerl aus Plastik besonders problematisch. Das Hauptproblem heißt „Littering“. Darunter versteht man das achtlose Wegwerfen von  Abfällen in der Natur – je kleiner der Abfall, umso leichter wird er achtlos weggeworfen. Besonders in der wärmeren Jahreszeit zieht es die Menschen wieder verstärkt ins Grüne und da landet so ein kleiner Aufkleber vom mitgebrachten Apfel leider schnell am Waldboden oder auf der Picknick-Wiese.

Während ein Stück Papier rund ein Monat benötigt, um vollständig abgebaut zu werden, bleibt Plastik viele Jahre in der Natur, ohne zu verrotten.

Warum braucht es überhaupt Pickerl auf Obst und Gemüse?

Der Sticker dient als Unterscheidungs-Merkmal

Derzeit sind in den meisten Fällen Sticker die einzige Möglichkeit, Obst und Gemüse unverpackt zu verkaufen, wenn es dasselbe Produkt auch aus konventionellem, also nicht-biologischem Anbau gibt. Beispielsweise muss das Kassenpersonal wissen, worum es sich handelt, da ja verschiedene Preise für verschiedene Äpfel gelten. Wir müssen vermeiden, dass unverpackte Produkte in unterschiedlicher Qualität (z.B. Bio-Äpfel und konventionelle Äpfel) von KundInnen verwechselt werden. Das passiert leider leicht bei unverpackter Ware. Denn es kommt vor, dass KundInnen die Ware, die sie schon in der Hand oder im Einkaufswagen hatten, doch nicht wollen und nicht ins richtige Regal zurücklegen. Du möchtest dir ja auch sicher sein, dass du einen Bio-Apfel bekommst, wenn du in ein Bio-Regal greifst bzw. für Bio-Qualität bezahlst, oder? Die Unterscheidbarkeit zu gewährleisten ist auch schlichtweg Vorschrift, über die wir uns nicht einfach hinweg setzen können.

Sticker ersetzen Überverpackungen

Die Alternative wären eben Überverpackungen, welche wir aber in den letzten Jahren sukzessive reduziert haben, um Verpackungsmaterial, insbesondere Plastik, zu sparen. Man könnte natürlich alle Bio-Produkte unverpackt lassen, um Bio-KonsumentInnen zufrieden zu stellen, dafür aber alles was nicht bio ist, einpacken. Das wäre für Bio-Fans vielleicht auf den ersten Blick super, allerdings würden in Summe ungleich größere Mengen an Verpackungsmaterial anfallen, da derzeit die Mehrheit der Ware eben nicht bio-zertifiziert ist. Und das wäre ja auch nicht in unserem Sinne bzw. im Sinne der Umwelt.

Müssen Sticker aus Plastik sein?

Nein, nicht unbedingt. Seit langem suchen wir  nach Alternativen. Dabei bringt jedes Lebensmittel eigene Anforderungen mit sich, da sich ja die Oberflächen deutlich unterscheiden. Was auf einem Apfel gut klebt, leicht abgelöst werden kann und keine Rückstände oder Schäden hinterlässt ist für eine Honigmelone oder eine Kiwi mit rauer Oberfläche möglicherweise ungeeignet. Zum Glück tut sich auch seitens der Sticker-Hersteller einiges und wir können nun weitgehend auf Papiersticker umsteigen.

Warum ging das nicht früher?

Wenn die umweltfreundliche Alternative im ersten Schritt nicht funktioniert oder sich im Zuge der zahlreichen Testläufe im Markt, beim Lieferanten und am Transportweg als unpraktikabel erweist, geben wir nicht so leicht auf: Bei Kiwis beispielsweise haben wir die Sticker bereits vor einiger Zeit durch „Natural branding“ direkt auf der Schale ersetzt. Auch Bananen brachten einige Stolpersteine mit sich: Da sich die Papiersticker bei den ersten Tests aufgrund der höheren Feuchtigkeit beim Transport von den Bananen abgelöst haben, bekommen sie nun Papiersticker mit einer speziellen Mattlackierung. Das alles braucht aber Zeit, damit wirklich langfristig sinnvolle, umweltfreundliche Lösungen umgesetzt werden können.

Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an weiteren Verbesserungen, damit ihr bei BILLA, MERKUR, ADEG und Sutterlüty noch umweltfreundlicher einkaufen könnt. Ziel ist es, bis Ende des Jahres unser gesamtes Obst & Gemüse unverpackt oder wenn dies nicht möglich ist, nachhaltiger verpackt anzubieten. Mehr Infos darüber, was wir bisher erreicht haben, findet ihr hier. Wir halten euch am Laufenden!

Ob Papier oder Plastik: Bitte entsorgt auch kleinen Müll wie Pickerl richtig, damit sie nicht in der Natur landen.

Über Bio-BloggerIn Ja! Natürlich.32 Artikel

1994 – vor mehr als 20 Jahren – begann die Erfolgsgeschichte von Österreichs größter Bio-Marke. Heute bietet Ja! Natürlich in Zusammenarbeit mit über 7.000 Bauern rund 1.100 vorwiegend regionale, 100% palmölfreie Bioprodukte an. Zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt setzt sich der österreichische Bio-Pionier selbst höhere Qualitätsstandards als sie vom Gesetz vorgeschrieben [...]

Kommentare (1)

Maria Planko sagt

Ja natürlich werde ich mich für Produkte und Waren entscheiden die unserer Umwelt und Nachwelt zuliebe Kunststofffreie Verpackungen wählen!

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